Artikel-Schlagworte: „Haiti“

Ein paar Gedanken übers Helfen

Wie das leider immer so ist – und ich selber kann mich davon gar nicht ausnehmen: Es muss erst etwas passieren in den Winkeln unseres Planeten, die wir sonst im Alltag nicht weiter auf dem Radar haben, bis wir uns Armut, Elend, Untergang wieder selber zum Thema machen. So geschen vor einer guten Woche wegen des heftigen Erdbebens in Haiti und seiner Folgen. Und natürlich kommt in Gang, was immer in diesen Situationen in Gang kommt, eine riesige Welle der Hilfsbereitschaft, Teams, Organisationen, Soldaten, die dorthin aufbrechen, um ihr bestes zu tun und die Kritiker, die alles und jedes in diesem Kontext abprangern, abwerten, besserwissen.

Ich meine, ganz zu Beginn jeder Diskussion muss man zwei Dinge messerscharf trennen. Die Nothilfe und die Entwicklungshilfe. Was meine ich damit? Die Nothilfe besteht im aktuellen Fall Haiti darin Verschüttete zu bergen, die Toten zu bestatten, den Verletzten medizinische Versorgung zu ermöglichen und ausreichende Mengen sauberes Wasser und Nahrung bereit zu stellen. Darüber braucht in meinen Augen nicht diskutiert zu werden, wenn wir noch irgendwie an menschliche Werte und Gemeinschaft glauben, dann erübrigt sich das. Natürlich halte ich es für denkbar, dass auch hierbei Dinge falsch laufen, oder gar der ein oder andere Betrug dabei begangen wird. Aber das darf nicht dazu führen nichts zu tun. Man kann vielleicht Einiges besser machen, dann sollte man versuchen zu lernen, aber es gleich ganz bleiben zu lassen wäre in meinen Augen grotesk.

Ähnlich, aber doch um ein paar Nuancen versetzt sehe ich das im Fall der Entwicklungshilfe. Da kommt bei den Zerstörungen, die in Haiti von dem Beben angerichtet wurden leider noch der Umstand hinzu, dass auch zuvor keine Umstände und Bedingungen in dem Land herrschten, die die Bevölkerung dort in die Lage versetzt hätte für sich selbst ausreichend zu sorgen. Einen funktinoierenden Staat gab es fast nur auf dem Papier und die Einwohner unterschieden sich in “normales Volk” und “herrschende Clique mit Günstlingsanhang”.

Das bedeutet für die Entwicklungshilfe knallhart, dass der Staat und die Verwaltung von uns keinen Cent für Wiederaufbau und andere Fortschritte bekommen dürften, wenn wir uns nicht selbst verarschen wollten. Daneben gibt es aber ein genauso schlimmes Phänomen, das bei derartigen Fällen schon öfter zu beobachten war. Firmen, die ins jeweilige Land kamen, um mit Hilfsgeldern, oder Mitteln aus staatlicher Entwicklungshilfe Wiederaufbau- oder Infrastruktuprojekte durchzuführen, haben das genutzt um ganz besonders dreist zu ihren eigenen Gunsten abzurechnen. Insofern kann ich manchen, sachlichen Kritiker hier schon verstehen, aber es nicht trotzdem zu tun wäre für meinen Geschmack auch hier keine Lösung.

Vielmehr hielte ich es für richtig das ganze Land für 10 bis 15 Jahre als UNO Protektorat zu führen. Gleiches denke ich übrigens – wenn auch aus ganz anderen Gründen – über Somalia. Das nur am Rande. Es wäre sinnvoll, alle notwenigerweise zu beteiligenden UNO Einrichtungen in einem “UN-Haiti-Bureau” zu koordinieren und dort ein strenges und effizientes Projektcontrolling zu implementieren. Für anerkannte Hilfsorganisationen sollte dort die Pflicht zur Mitwirkung vorgegeben sein, in dem Sinne, dass der von ihnen geleistete Wiederaufbau- bzw. Infrastrukturbeitrag mit anderen Projekten koordiniert, abgerechnet und einem einheitlichen, strengen Controlling unterzogen wird. Das böte keine Heilung allen Übels, aber die Chance auf erheblich mehr Effizienz, auch wenn vermutlich ein wenig mehr Zeit benötigt würde. Vor Allem denke ich, dass hier das Interesse auf Ausbildung einheimischer Fachkräfte, die so ein Projekt später selbständig fortführen können, wesentlich größer ist, als bei einem “normalen” Auftrag an irgendein Unternehmen.

Zugegeben, das klingt alles ziemlich utopisch, aber gebieten es nicht gerade diese unglaublich schrecklichen Umstände in Haiti neue Wege auszuprobieren? Ein wenig herumreparieren wird nicht reichen, das Land muss im wahrsten Sinn neu aufgebaut werden. Da sollte man dann schon gleich Nägel mit Köpfen machen…

Verlosung auf MN

Ja, ja, ich mach’s dem Johnny nach…

Auch auf Mayers Notizblog gibt es eine Verlosung. Einerseits aus Freude über den großen Erfolg der Rettungsanker Aktion und andererseits, um einen Anreiz zu liefern vielleicht doch noch dort den Spendenbutton zu drücken. Wobei die Teilnahme an der Spendenaktion keinen Zusammenhang mit der Verlosung hat.

MN Kapuzenshirt

MN Kapuzenshirt

Was gibt es zu gewinnen?

2 MN Kapuzenshirts, weiß mit dem neuen MN-Logo auf dem linken Oberarm (keine weiteren Logos, Schriftzüge o.Ä.) im Wert von je 29,90 Euro

Wie mache ich mit?

Sende einfach eine Mail mit der Betreffangabe “MN für Haiti” an:

post äd mayers-notizblog.de

Wie lange geht das?

Einsendeschluss ist der 28.02.2010, die Gewinner werden per Mail benachrichtigt.

Und jetzt wünsch’ ich Euch einfach viel Glück :-)

P.S.: Ach ja, ein paar Retweets wären supernett!

Kapitulation?

Aber ja! Die Regierung kapituliert. Vor ihrem eigenen Haushalt. In drei Etappen hat sie ihre Hilfsgelderzusage für Haiti auf jetzt 10 Mio. Euro aufgestockt. Ein so lächerlicher Beitrag, dass es schon eine Unverschämtheit ist und die Kapitulationsurkunde wurde auch bereits unterzeichnet. Die Bürger, die ja weitaus mehr spenden (sollen), brauchen jetzt nur noch ihre Kontoauszüge mit dem ausgewiesenen Spendenbetrag beim Finanzamt vorzulegen, keine Spendenquittung mehr. Wie will man dabei eigentlich die Lastschriften finden, die nach einigen Wochen zurückgegeben werden und nur zum Steuersparen dienen? Papier ist geduldig!

Aber zurück zu den Bürgern und Spendern: Alleine gestern Abend beim ZDF kamen nahezu 18 Mio. Euro an Spendengeldern zusammen und das ist ja nur eine von ganz vielen Aktionen. An dieser Stelle muss es auch erlaubt sein, an die Aktion “Rettungsanker” noch einmal zu erinnern. Aktuell liegen wir bei ca. 22.500 Euro und das finde ich einfach genial. Ich glaube fest daran, dass wir das Ziel von 25.000 Euro erreichen und sogar übertreffen werden.

Nochmal zur Bundesregierung. Für den sogenannten Finanzmarktstabilisierungsfonds, also den Rettungsschirm zur Reparatur der kaputten Banken mit einem Volumen bis zu 480 Milliarden Euro, kann der Bundeshaushalt mit bis zu 100 Milliarden belastet werden! Da lässt man sich nicht lumpen… Wer soll das noch verstehen?

Ganz anders die EU. Dort wurden für Haiti immerhin 420 Mio. bereitgestellt, davon sind knapp 300 Mio. sogar für langfristige Infrastruktur-Projekte reserviert, da kann ich mehr Sinn erkennen. Und die USA stellen neben dem riesigen Aufwand für die Logistik- und Sicherheitskräfte noch 100 Mio. Dollar bereit. Allerdings erhält Haiti von dort ohnehin bereits jährliche Hilfen in Höhe von 300 Mio. Dollar!

Heute ist wieder Haushaltsdebatte in Berlin und mir ist schlecht.

Melissa Laveaux

Rettungsanker Haiti – Update

Samstag vormittag, kurz nach 10:00, über Nacht sind nochmal ca. 3.000 Euro dazugekommen, wir stehen bei 13.167 in noch nicht einmal 24 Stunden. Ich bin unglaublich glücklich, mit so einem durchschlagenden Ergebnis hätte ich nie und nimmer gerechnet. Johnny vom Spreeblick hat mittlerweile das Ziel nach oben korrigiert auf nunmahr 25.000 Euro. Da die Aktion ja noch zwei Monate läuft bin ich mir nach diesem Start fast schon sicher, dass wir auch dieses Ziel schaffen können.

Ich möchte Euch Allen, jedem Spender und jedem Menschen der die Aktion per Blogpost, Link, Twitter, Facebook, whatever verbreitet und unterstützt hat, ganz herzlich danken. Ihr seid großartig! Und: Keep the fire burning :-)

Beim Spreeblick gibt es mittlerweile ja auch schon ein paar mehr Artikel zur Aktion Rettungsanker, deswegen zur Vervollständigung nachfolgend die Links zu den einzelnen, neuen Beiträgen:

Haiti und der Rettungsanker von Spreeblick

Ich muss bloggen, das Buch muss warten, ich kann nicht anders…

Ein entfernter Verwandter von mir war Entwicklungshelfer. An einige seiner Stationen in den 70er und 80er Jahren kann ich mich erinnern: Togo, Niger, Swaziland, Haiti. In Haiti war die Lage am allerschlimmsten wie er damals berichtete. Daran habe ich mich erinnert und aufgeregt habe ich mich dann auch. Über die 1,5 Millionen, die unsere Bundesregierung gerade mal aufbringen will für die Katastrophenhilfe jetzt nach dem Beben. Für die maroden Banken hatten sie 480 Milliarden in der Tasche! Damit liegt es wieder einmal bei uns Bürgern zu zeigen, dass wir einen anderen Wertekodex wünschen, als sich das die Regierenden vorstellen.

Seit gestern hat sich dann per Twitter und Mail ein Dialog mit dem Johnny vom Spreeblick über den Sinn und die Machbarkeit einer Spendenaktion der deutschen Blogger, Twitterer etc. entwickelt. Bei den Recherchen habe ich schließlich “Helpedia” entdeckt, die technisch einen gangbaren Weg für so eine Aktion anbieten. Johnny hat sich das mal angesehen und dankenswerterweise eine Spendenaktion für die deutsche Blogosphäre daraus entwickelt. Zudem werden ein paar nette Fanartikel unter allen Spendern verlost.

Das Ergebnis könnt Ihr hier sehen, die URL im Text lautet: http://aktion-deutschland-hilft.helpedia.de/spenden-aktionen/rettungsanker

Und jetzt liebe Leserinnen und Leser bleibt mir nur Eines: Euch ganz herzlich und ebenso dringend aufzurufen Euren Herzen und Geldbeuteln einen Ruck zu geben und den Spendenknopf zu betätigen…

Nachtrag: siehe auch Seitenleiste rechts, ganz oben

Nachtrag 2, 15.01.10, 20:55: 10.241 Euro Spendenvolumen. Ich bin so happy :-)

Rettungsanker Haiti
Eine Aktion von Spreeblick nach einer Idee von Mayers Notizblog
Kontakt

post@mayers-notizblog.de

04407 - 714144

Bei Kaltakquise oder blöden Gewinnspielen lege ich einfach auf oder sag's dem Anwalt :-)

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