Sikhismus: Reformbewegung oder Religion?

Sikhismus: Reformbewegung oder Religion?

Ein Sikh wendet sich den polytheistischen Götterglauben ab und glaubt somit nur an einen Gott, den wahren Gott. Er vertraut auf die Heilige Schrift der Sikhs und auf die Lehren der zehn Gurus. Im Sikhismus lebt man nach drei Grundsätzen: Arbeite für deinen Lebensunterhalt, teile mit den anderen und bete zu Gott.

Geschichte zum Sikhismus

Sikhismus goldener Tempel

Der Goldene Tempel in Amritsar im Zeichen der Religion Sikhismus (c) Jerzy / pixelio.de

Die Religion des Sikhismus wurde Anfang des 16. Jahrhunderts von Guru Nanak Dev ji in Sultanpur bei Amritsar gegründet. Der Sikhismus kennt, im Gegensatz zum Hinduismus keine Kastenangehörigkeit. So wie der Islam ist auch der Sikhismus monotheistisch und bildlos. Bildlos bedeutet, dass man sich von Gott kein Bild machen dürfte und seinen Namen verehren sollte. Im Goldenen Tempel, welcher in der heiligen Stadt Amritsar liegt, befindet sich die Heilige Schrift, der Ad Grand Sahib. Übersetzt bedeutet Sikh Schüler und Guru Lehrer.

Ziele des Sikhismus

Der Lehrmeister bezweckte mit der Religion des Sikhismus, dass alle Menschen, egal welche Hautfarbe, Geschlecht etc. vor Gott gleich sind und, dass nur die guten Taten der Menschen in den Augen Gottes zählen. Des Weiteren versuchte er, durch diese Religion, eine Verbindung zwischen dem Islam und dem Hinduismus zu schaffen.

Merkmale der Sikhs-Anhänger

Sikhismus Menschen Köpfe

Im Sikhismus gilt: Alle Menschen sind gleich. (c) JOTZO JÜRGEN / pixelio.de

Jeder männliche Sikhs bekommt den Beinamen Singh – was so viel wie Löwe heißt. Die weiblichen Sikhs führen den Beinamen Kaur – Prinzessin. Nach traditioneller Weise dürfen die männlichen Sikhs ihre Kopfbehaarung und auch ihre Bart- behaarung nicht schneiden lassen. Zudem tragen sie einen blauen, schwarzen oder weißen Turban. Jede dieser Farben hat unterschiedliche Bedeutung.

    Farben des Sikhismus Turbans:

  • Der Blaue kennzeichnet einen Sinn, welcher so umfassend ist wie der Himmel.
  • Der Weiße weist auf eine Person hin, die fromm ist und ein vorbildliches Leben führt.
  • Der Schwarze ist eine Erinnerung an die britische Verfolgung der Sikhs von 1919.

Vorkommen des Sikhismus in Deutschland

Rund 15.000 Sikhs sind in Deutschland beheimatet. In Frankfurt am Main befindet sich die größte Sikh-Gemeinde. Hier befindet sich auch die erste religiöse Stätte der Sikhs, welche 1978 erbaut wurde. Ferner gibt es in Bremen, Leipzig, Hamburg, Hannover, Essen sowie in anderen deutschen Städten Gurdwaras.

Fünf Symbole des Sikhismus

    Die fünf Symbole bzw. die 5 K des Sikhismus:

  • Kes steht für ungeschnittenes und gepflegtes Haar
  • Kangha – Der Holzkamm wird für die Pflege der Haare getragen
  • Der Kirpan, Dolch oder Schwert, dient als Zeichen dafür, dass sie Arme, Unschuldige und Schwache verteidigen.
  • Den Kara, ein eiserner Armreif, tragen sie zum Schutz gegen Schwerthiebe
  • Die Kachera ist eine Unterhose, welche bis zu den Knien geht und gilt als Zeichen der sexuellen Mäßigung.

Den Sikhismus kann man als Glaubensrichtung bezeichnen und welcher sich mit der menschlichen Haltung gegenüber dem Leben auseinandersetzt. Außerdem appelliert er an Nächstenliebe, Aufrichtigkeit, Respekt und Hingabe.

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>