Feuchter Keller im Haus – Was muss ich tun?

Feuchter Keller im Haus – Was muss ich tun?

Feuchte Keller können vor allem dann gravierende Schäden anrichten, wenn in Kellerräumen Lebensmittel gelagert werden oder diese als Abstellraum für allerlei Hausrat dienen. Auch Kabel können beschädigt werden, wenn diese nicht mit einer Gießharzmuffe ausgestattet sind. Wie erkennt man jedoch schnell, dass ein Keller feucht ist, um weitere Schäden zu vermeiden? Auf welche Ursachen ist Feuchtigkeit in Kellern zurückzuführen? Und mit welchen Maßnahmen, wie einer Bautrocknung, lassen sich die Probleme beheben?

Merkmale und Gründe für feuchte Keller

Bautrocknung Baumängel Putz

Abbröckeln von Putz sind erste Anzeichen für feuchte Keller, sodass hier eine Bautrocknung nötig wird (c) lichtkunst.73 / pixelio.de

    Merkmale für einen feuchten Keller:

  • muffiger, modriger Geruch
  • feuchte Wände
  • Putz blättert von den Wänden ab
    Gründe für einen feuchten Keller:

  • ausgelaufene Waschmaschine
  • Wasserrohrbruch
  • Bodenfeuchtigkeit
  • Wasser dringt oberirdisch ein
  • Klimaanlagen können zu Kondensation im Mauerwerk führen

Sofern die Ursache der Feuchtigkeit im Hausinneren liegt und man keine Wände zur Reparatur aufstemmen muss, kann man auf der sicheren Seite sein, lediglich eine Bautrocknung oder ähnliche Maßnahmen zur Behebung durchzuführen. Sobald die Feuchtigkeit jedoch von außen kommt, genügt eine Bautrocknung nicht mehr und es müssen Profis helfen. Allerdings gibt es auch Ausnahmen, bei der Feuchtigkeit zwar von außen eindringt, der Schaden sich jedoch in Grenzen hält, nicht so schwerwiegend ist und somit leichter behebbar ist:

    Verstopftes Dachablaufsystem:

  • Merkmal: regelmäßig auftauchender feuchter Fleck in einer bestimmten Ecke des Kellerraums
  • Ursache: ablaufendes Regenwasser wird in der Dachrinne gestaut und drückt durch die Mauer
  • Lösung 1: regelmäßig für freie Dachrinnen und Fallrohre sorgen
  • Lösung 2: feuchte Stellen mit Bautrocknung beheben zur Vermeidung weiterer Schäden


Bautrocknung als Sofortmaßnahme

Um schnell und effizient dafür zu sorgen, die Feuchtigkeit aus dem Keller zu bekommen, hilft eine Bautrocknung zur gezielten Entfeuchtung. Bautrockner werden auch Kondensationstrockner genannt, welche als beliebte Trocknungsmethode einfach und schnell im Raum installiert bzw. aufgestellt werden können. Die trockene Wärme, für die der Bautrockner sorgt, erfolgt durch starkes Erwärmen der Raumluft. Die Bautrocknung sorgt hier für eine Beheizung, da warme Luft deutlich besser Feuchtigkeit aufnehmen kann als kalte Luft. Da somit die Luftfeuchtigkeit im Kellerraum sinkt, wird mithilfe der Bautrocknung die Feuchtigkeit aus den Wänden gezogen und das aufgenommene Kondensat im Bautrockner aufgefangen.


Selbstständige Sanierung nach einer Bautrocknung

Wenn der Fall eintritt, dass eine Bautrocknung nicht mehr ausreicht für das Beheben der Feuchtigkeit im Keller, muss in der Regel eine Sanierung durchgeführt werden. In diesem Fall hat man die Wahl, einen Profi zu engagieren oder neben der Möglichkeit einer Bautrocknung selbst aktiv zu werden, um Geld zu sparen. Hier sind aber einige Schritte zu beachten.

    1. Schritt:

  • Säubern des Kellers
  • Grundierung mit einem Pinsel ausführen
  • Fokus auf poröse Untergründe legen, damit die Abdichtung hält
    2. Schritt:

  • Wasserdichte Beschichtung mit Bitumenmasse
  • Regelmäßig auftragen mit einer 4-6 mm dicken Schicht
  • Schutz durch “Wanneneffekt”
    3. Schritt:

  • Fixierung von Dämmplatten zur Wärmedämmung
  • Fixierung mit zusätzlicher Bitumenmasse
  • Dämmung: 10-14 cm dick
    4. Schritt:

  • Verlegen von Drainage-Platten
  • Eingefräste Kanäle in den Platten: Ableitung der Feuchtigkeit in die Erde statt Hauswand


Im Ernstfall: Sanierung vom Profi statt Bautrocknung

Wenn die Ursache der Feuchtigkeit von außen kommt, reicht eine Bautrocknung allein nicht mehr aus. Hier muss schließlich eine Sanierung durchgeführt werden. Wer sich jedoch nicht alleine an die Sanierung traut, hat auch die Möglichkeit Profis dafür zu engagieren, welche beispielsweise den Grundwasserspiegel bei hohen Niederschlägen abpumpen oder eine bessere Drainage verlegen können.

Bautrocknung Hauswand Sanierung

Wenn eine Bautrocknung bei feuchten Kellern nicht mehr ausreicht, steht eine Sanierung an (c) Christa Nöhren / pixelio.de

Bevor man sich jedoch dazu entschließt, die Sanierung professionell durchführen zu lassen, sollte man sich von Bausachverständigen beraten lassen, falls doch eine selbstständige Bautrocknung genügt. Hier empfiehlt es sich aber weniger einen örtlichen Fachbetrieb zu Rate zu ziehen, da diese in der Regel mehr ihr potenzielles Auftragsvolumen im Kopf haben. Stattdessen bieten sich unabhängige Bausachverständige wie der TÜV, verschiedene Verbraucherzentralen oder auch der VPB, der Verband privater Bauherren an. Diese führen eine Ortsbegehung und die Analyse des Problems durch, ohne wirtschaftliche Eigeninteressen zu haben.

Bevor man eine Sanierung durchführen lässt, muss in den Kellerräumen eine Bautrocknung durchgeführt werden. Anschließend kann von außen aufgegraben und neu abgedichtet werden. Holzfenster müssen dabei, im Gegensatz zu Kunststofffenstern, oft ersetzt werden. Mit der Sanierung sollte man, wie bei einer Bautrocknung, nicht zu lange warten, da dies die Bausubstanz gefährden könnte. Allerdings sollte man in der Regel die Sanierung zu einer trocknen Jahreszeit durchführen lassen und gezielt mit Bautrocknung den Erfolg der Sanierung zu unterstützen.

Wie kann ich vorsorgen, um eine Bautrocknung oder Sanierung zu umgehen?

Um Probleme mit einem feuchten Keller vorzubeugen, sollte man vorab vor allem auf richtiges Lüften, Speicherung von Wärme im Keller, einen Frostschutz und eine regelmäßige Luftfeuchtigkeitsmessung achten. Denn wenn die Feuchtigkeit erst einmal im Keller ist, bekommt man sie nur über Bautrocknung oder eine kostenintensiven Sanierung wieder behoben.

Richtig lüften

Besonders im Winter sollte eine Lüftung zur Trocknung des Raumes erfolgen, da die Außenluft kühler als die im Keller ist. Im Sommer hingegen sollte nur nachts gelüftet werden, um auch hier wieder kühlere Luft in den Kellerraum hereinzulassen.

Merke: Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit speichern. Wenn diese im Keller abkühlt, wird die Feuchtigkeit automatisch an die Wände abgegeben (Tauwasserniederschlag), d. h. die Luft kondensiert, was zu feuchten Kellerräumen führt und im schlimmsten Fall zu Schimmel. Hierbei hilft eine Bautrocknung.

Wärme speichern

Um Schimmel, feuchte Keller und die Notwendigkeit einer Bautrocknung zu umgehen, empfiehlt es sich den Keller zu heizen. Bei mindestens 16-18 Grad kann man auf der sicheren Seite sein, keine Bautrocknung durchführen zu müssen.

Wenn der Keller grundsätzlich kühler als 18 Grad ist, sollte man diesen mit einem mobilen Heizer ausstatten oder sogar einen Heizkörper installieren. Ein weiterer Vorteil: In einem beheizten Keller geht die Wärme nicht verloren, sodass diese sogar in die oberen Geschosse strömt und dort weniger geheizt werden muss.

Frostschutz

Bevor der erste Wintereinbruch kommt, empfiehlt es sich die Außenwasserhähne zu entwässern. Dadurch wird einem Wasser- rohrbruch vorgebeugt, sodass es gar nicht erst zu einem feuchten Keller und somit zu einer Bautrocknung kommen kann. Gleichzeitig sollten im Keller die Zuwasserhähne zugedreht und ein Eimer unter den geöffneten Entlüftungshahn gestellt werden. Anschließend müssen die Außenwasserhähne geöffnet werden, um die Leitung leer auslaufen zu lassen und dadurch ein Platzen der Wasserleitung oder das Wasserlaufen in die Wände zu verhindern.

Fall die Außenwasserhähne doch schon zugefroren sind, empfiehlt sich das Auftauen mit einem Fön. Danach kann man die Entwässerung wie beschrieben durchführen.

Messen der Luftfeuchtigkeit

Die Luftfeuchtigkeit in Keller- räumen sollte keinesfalls 65 % überschreiten. Denn Schimmel entsteht vor allem dann, wenn die Luftfeuchtigkeit zu hoch und die Temperatur dagegen niedrig ist. Hierbei hilft die Durchführung einer Bautrocknung. Mit einem Hygrometer kann man regelmäßig die Luftfeuchtigkeit der Kellerräume überprüfen. Besonders kritische Stellen sind dabei die Ecken eines Kellerraumes, worauf man besonders Acht geben sollte bei der Überprüfung der Luftfeuchtigkeit. Um Feuchtigkeit vorzubeugen kann man gezielt an dieser Stelle eine Bautrocknung durchführen.

Merke: Je höher die Luftfeuchtigkeit, desto höher die Temperatur, bei der Tauwasser ausfällt.

    Weitere Themen rund um’s Haus:

  • Notstromversorgung bei Stromausfall im Haus
  • Welche Mittel sind wirklich für den Hausputz geeignet?
  • Mit Rosen den Garten verschönern

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>