Archiv für die Kategorie „Cafe Alt-Europa“
Si tacuisses…
Si tacuisses, philosophus mansisses.
Wenn du geschwiegen hättest, wärest du ein Philosoph geblieben.
Wohl war – jedoch – mit dem Mayerschen Philosophendasein hat es mit dem nachfolgenden Artikel dann wohl ein Ende, ich muss dringend mal ein wenig “rumspinnen”…
Arbeiter stehlen Eisengeflechte aus einer Kölner U-Bahnbaustelle. Wanderarbeiter roden riesige Urwaldflächen in Südamerika. Vielerorts auf der Welt buddeln Menschen verzweifelt Löcher in die Erde, um ein paar Brösel Gold zu ergattern. Anleger und Banken veranstalten sinnlose Wetten auf Unternehmenszahlen. Nur ein paar wenige, bunt zusammengewürfelte Beispiele für die menschliche Jagd nach Geld.
Dabei ist Geld per se gar keine so schlechte Erfindung, solange es als Tausch- und Verrechnungsmittel für Waren und Dienstleistungen begriffen wird. Das war einmal der naive Gedanke, dass man das damit machen könnte. Dabei hat man aber nie bedacht oder vielleicht auch gar nicht wissen können, welch verheerendes Suchtpotential diesem bunt bedruckten Papier innewohnt. Dagegen sind Alkohol und Heroin wahre Apothekenartikel.
Durch eine andere menschliche Eigenschaft, nämlich die, sich in größeren Gemeinschaften, die einem bestimmten Zweck dienen, zusammenzuschließen ist die tödliche Macht des Geldes dann potenziert worden. Das waren anfänglich die Herrschaftshäuser, die ein Staatsgebiet und ein Staatsvolk für sich beanspruchten, sowie Glaubensgemeinschaften, die ihre Ideen vom irdischen Leben und dem nachfolgenden Dasein im Jenseits möglichst Vielen schmackhaft machen wollten.
Daran hat sich bis heute nichts geändert, nur sind noch zahlreiche, weitere Teilnehmer an diesem Spiel hinzugekommen. Wirtschaftsverbände, Gewerkschaften, politische Parteien; sie alle möchten ihren Einfluss vergrößern, die Zahl ihrer Mitglieder erhöhen, Macht ausüben. Neben den jeweils vertretenen Dogmen ist es nur eine Kraft, die sie alle gemeinsam antreibt: Geld. Mit Geld kann man Mitglieder gewinnen, oder ihnen etwas versprechen bzw. zukommen lassen, Kampagnen finanzieren, um noch mehr auf sich aufmerksam zu machen, sich auf alle möglichen Arten Wachstum verschaffen.
Bislang habe ich hier nur Binsenweisheiten aufgeschrieben, nichts Neues, aber ich denke es ist ab und zu wichtig, dass man sich das Ganze soweit noch einmal vor Augen führt.
Diesen Gemeinschaften wohnen zwei besonders prägnante Wesensmerkmale inne. Zum Einen, das bereits erwähnte Streben nach Wachstum, zum Anderen das Bestreben ihre ganz speziellen Alleinstellungsmerkmale herauszuarbeiten und Menschen davon zu überzeugen, dass ihre Ideen die besten sind. Das ist also im weitesten Sinne Abgrenzung.
Nun birgt das Eigenschaftspaar Wachstum und Abgrenzung ein ganz besonderes Sprengpotential in sich und das ist die Unfähigkeit zur Erneuerung. Zwar werden ständig neue Statuten, Programme, Gesetze etc. erlassen, ja selbst die Kirchen probieren Wandel und Erneuerung. Das ist unter dem Strich aber nichts als heiße Luft, denn selbst wenn der propagierte Wandel noch so groß ausfällt, zwei Dinge ändern sich nie. Das Streben nach Wachstum und die Abgrenzung.
Damit weist keine dieser gesellschaftlichen “Gruppenmodelle” – egal wo in der Welt – eine wirkliche Zukunftsfähigkeit auf. Eine Ausnahme stellen hier unter günstigen Bedingungen nur die gemeinnützigen Organisationen dar. Sie unterliegen zwar auch Wachstum und Abgrenzung, betreiben dies aber im Idealfall wenigstens nicht zum Selbstzweck sondern zum Wohle Dritter.
Damit kann man festhalten, dass die heillos übertriebene Stellung des Geldes in der Welt ursprünglich nicht grundsätzlich dem Wahnsinn von gut 6 Milliarden Erdenbürgern als Individuen entsprungen ist, sondern zum großen Teil dem Bestreben der Menschen machtvolle Gruppen zu gründen und diese zu erhalten, zu vergrößern und sich damit von anderen Individuen und Gruppen abzugrenzen.
Nehmen wir einmal an – und es klingt schon absolut phantastisch so etwas anzunehmen – die Macht des Geldes würde dahingehend beschnitten, dass die Bewertung eines Unternehmenserfolges nicht mehr nur nach den bisherigen Bilanzkennzahlen erfolgen würde. Der Unternehmensgewinn, sofern er denn erzielt wird, würde nach bestimmten Regeln beschnitten, Abschöpfung, Boni und Dividenden gedeckelt, eine gewisse Pflicht Gewinne sofort teils zu reinvestieren, teils zu sozialisieren gesetzlich verankert. Daneben würden weitere Kennzahlen eingeführt, die die Investitionen in das sog. Humankapital, das ökologische Handeln, die Innovationskraft und die Fähigkeit zur Kollaboration eines Unternehmens bewerten. Ich bin kein Wissenschaftler, aber so ganz grob könnte das unter fairen Bedingungen einen gewissen Fortschritt repräsentieren. Nur – keine Partei, kein Wirtschaftsverband würde so etwas jemals mittragen. Diese Idee verletzt die immanenten Grundsätze von Wachstum und Abgrenzung.
Ähnliche Beispiele lassen sich auch für Glaubensgemeinschaften, Gewerkschaften, Börsen, wirtschaftliche Vereine etc. finden. Die Ablehnung wäre in jedem Fall gegeben, sofern der Vorschlag, einen oder beide Grundsätze verletzt.
Man sagt ja immer, das der Mensch dazu geschaffen ist, wie die gesamte Natur überhaupt, sich weiter zu entwickeln, vorwärts zu streben und das Wachstum quasi ein Teil davon wäre. Das mag durchaus richtig sein, nur bezieht sich das auf die Entwicklung eines Individuums und in der nächst größeren Einheit auf die Entwicklung der gesamten Spezies. Eine Entwicklung von Gruppen ist für die Natur gar kein spezielles Ziel. Das mag als Ausnahme für zwei Erdhörnchenrassen gelten, nachdem irgendwo ein Kontinent auseinander gebrochen war und die Bedingungen der Natur so verschieden waren, dass jeweils getrennte Entwicklungen sinnvoll waren, der globalen Weiterentwicklung der Menschheit dient das nicht.
Damit stehen wir theoretisch vor einer immensen Herausforderung: Die Macht der Gruppen zu brechen! Das würde die globale Etablierung einer funktionierenden Bürgergesellschaft bedeuten. Deren Gruppen müssten kleine, überschaubare Aufgaben leisten und sie dürften grundsätzlich nur so lange bestehen, bis das Gruppenziel erreicht ist. Daneben bestünde ihr zweites Kernmerkmal in der Zusammenarbeit mit Individuen und anderen Gruppen, also im genauen Gegenteil von Abgrenzung. Es ginge somit rein um praktische Arbeit; Weltanschauungen, Glaubensbekenntnisse und all die anderen, bislang in Gruppen organisieren Dinge würden quasi “reprivatisiert” und wären danach wieder die Angelegenheit eines jeden Einzelnen. Gruppen dazu dürfte es auch geben, allerdings nur in absoluter Bedeutungslosigkeit.
Mir ist klar, dass dieser Artikel eine reine Phantasterei ist, aber ein wenig träumen wird man ja noch dürfen… Andererseits habe ich die Befürchtung, dass das heute etablierte System erst durch eine gigantische Katastrophe aus dem Sattel gehoben wird und das täte mir leid. Die Menschen sind doch ganz o.k.; Gruppen sind es in der heute üblichen Erscheinungsform nicht.
Rotes Karton
Könnt Ihr Euch noch an Ahmet Glavovic erinnern? Frei nach diesem ehemaligen Abwehrrecken des TSV 1860 zeige ich heute “Rotes Karton”. Der nichtswürdige Preisträger ist kein geringerer als unser sogenannter Bundesaußenminister Guido Westerwelle. Seine jüngsten Äußerungen im Zusammenhang mit Sozialleistungen wie Hartz IV, Arbeit bzw. Arbeitslosigkeit erinnern an einen Stürmer beim Fußball, der 89 Minuten nichts Vernünftiges zustande gebracht hat und dann – ohnehin weit im Abseits – einen Ball erhält und damit Richtung gegnerisches Tor stürmt. Trotz des schrillen Pfiffs aus der Schiripfeife bleibt er nicht stehen und rennt einfach weiter aufs Tor zu. Er rennt den Torwart um und ballert daneben.
Westerwelle verwechselt die Errungenschaften eines Sozialstaates mit “spätrömischer Dekadenz” und wettert weiter: “Für viele Linke ist Leistung ja beinahe eine Form von Körperverletzung. Dagegen wehre ich mich.” Dazu kommt noch die dreiste Lüge, dass die FDP ja quasi die Beschützerin der kleinen und mittleren Einkommen sei. Für wie blöd hält der die Menschen eigentlich? Jeder weiß, dass die FDP nur ein billiger Handlanger für mächtige Industrie- und Dienstleistungsverbände ist und mit diesem Verein nur die “oberen Zehntausend” bedient werden.
Wenn diese Äußerungen nun von irgendeinem hinterbänkelnden Parteifunktionär gekommen wären, gut, dann könnte man den Kopf schütteln und dessen blödes Geschwätz einfach vergessen. Aber ein Bundesaußenminister, der zugleich Vizekanzler ist? Er ist derjenige, der scheinbar eher einer Machiavelli Weltsicht huldigt und damit in Wahrheit einer spätrömischen Dekadenz verfallen ist und solche Vögel fliegen bekanntlich direkt in den Untergang. Hätte auch mal Rousseau und Montesquieu lesen sollen. Deswegen: Zücken Sie die rote Karte Frau Merkel!
Ein paar Gedanken übers Helfen
Wie das leider immer so ist – und ich selber kann mich davon gar nicht ausnehmen: Es muss erst etwas passieren in den Winkeln unseres Planeten, die wir sonst im Alltag nicht weiter auf dem Radar haben, bis wir uns Armut, Elend, Untergang wieder selber zum Thema machen. So geschen vor einer guten Woche wegen des heftigen Erdbebens in Haiti und seiner Folgen. Und natürlich kommt in Gang, was immer in diesen Situationen in Gang kommt, eine riesige Welle der Hilfsbereitschaft, Teams, Organisationen, Soldaten, die dorthin aufbrechen, um ihr bestes zu tun und die Kritiker, die alles und jedes in diesem Kontext abprangern, abwerten, besserwissen.
Ich meine, ganz zu Beginn jeder Diskussion muss man zwei Dinge messerscharf trennen. Die Nothilfe und die Entwicklungshilfe. Was meine ich damit? Die Nothilfe besteht im aktuellen Fall Haiti darin Verschüttete zu bergen, die Toten zu bestatten, den Verletzten medizinische Versorgung zu ermöglichen und ausreichende Mengen sauberes Wasser und Nahrung bereit zu stellen. Darüber braucht in meinen Augen nicht diskutiert zu werden, wenn wir noch irgendwie an menschliche Werte und Gemeinschaft glauben, dann erübrigt sich das. Natürlich halte ich es für denkbar, dass auch hierbei Dinge falsch laufen, oder gar der ein oder andere Betrug dabei begangen wird. Aber das darf nicht dazu führen nichts zu tun. Man kann vielleicht Einiges besser machen, dann sollte man versuchen zu lernen, aber es gleich ganz bleiben zu lassen wäre in meinen Augen grotesk.
Ähnlich, aber doch um ein paar Nuancen versetzt sehe ich das im Fall der Entwicklungshilfe. Da kommt bei den Zerstörungen, die in Haiti von dem Beben angerichtet wurden leider noch der Umstand hinzu, dass auch zuvor keine Umstände und Bedingungen in dem Land herrschten, die die Bevölkerung dort in die Lage versetzt hätte für sich selbst ausreichend zu sorgen. Einen funktinoierenden Staat gab es fast nur auf dem Papier und die Einwohner unterschieden sich in “normales Volk” und “herrschende Clique mit Günstlingsanhang”.
Das bedeutet für die Entwicklungshilfe knallhart, dass der Staat und die Verwaltung von uns keinen Cent für Wiederaufbau und andere Fortschritte bekommen dürften, wenn wir uns nicht selbst verarschen wollten. Daneben gibt es aber ein genauso schlimmes Phänomen, das bei derartigen Fällen schon öfter zu beobachten war. Firmen, die ins jeweilige Land kamen, um mit Hilfsgeldern, oder Mitteln aus staatlicher Entwicklungshilfe Wiederaufbau- oder Infrastruktuprojekte durchzuführen, haben das genutzt um ganz besonders dreist zu ihren eigenen Gunsten abzurechnen. Insofern kann ich manchen, sachlichen Kritiker hier schon verstehen, aber es nicht trotzdem zu tun wäre für meinen Geschmack auch hier keine Lösung.
Vielmehr hielte ich es für richtig das ganze Land für 10 bis 15 Jahre als UNO Protektorat zu führen. Gleiches denke ich übrigens – wenn auch aus ganz anderen Gründen – über Somalia. Das nur am Rande. Es wäre sinnvoll, alle notwenigerweise zu beteiligenden UNO Einrichtungen in einem “UN-Haiti-Bureau” zu koordinieren und dort ein strenges und effizientes Projektcontrolling zu implementieren. Für anerkannte Hilfsorganisationen sollte dort die Pflicht zur Mitwirkung vorgegeben sein, in dem Sinne, dass der von ihnen geleistete Wiederaufbau- bzw. Infrastrukturbeitrag mit anderen Projekten koordiniert, abgerechnet und einem einheitlichen, strengen Controlling unterzogen wird. Das böte keine Heilung allen Übels, aber die Chance auf erheblich mehr Effizienz, auch wenn vermutlich ein wenig mehr Zeit benötigt würde. Vor Allem denke ich, dass hier das Interesse auf Ausbildung einheimischer Fachkräfte, die so ein Projekt später selbständig fortführen können, wesentlich größer ist, als bei einem “normalen” Auftrag an irgendein Unternehmen.
Zugegeben, das klingt alles ziemlich utopisch, aber gebieten es nicht gerade diese unglaublich schrecklichen Umstände in Haiti neue Wege auszuprobieren? Ein wenig herumreparieren wird nicht reichen, das Land muss im wahrsten Sinn neu aufgebaut werden. Da sollte man dann schon gleich Nägel mit Köpfen machen…
Kapitulation?
Aber ja! Die Regierung kapituliert. Vor ihrem eigenen Haushalt. In drei Etappen hat sie ihre Hilfsgelderzusage für Haiti auf jetzt 10 Mio. Euro aufgestockt. Ein so lächerlicher Beitrag, dass es schon eine Unverschämtheit ist und die Kapitulationsurkunde wurde auch bereits unterzeichnet. Die Bürger, die ja weitaus mehr spenden (sollen), brauchen jetzt nur noch ihre Kontoauszüge mit dem ausgewiesenen Spendenbetrag beim Finanzamt vorzulegen, keine Spendenquittung mehr. Wie will man dabei eigentlich die Lastschriften finden, die nach einigen Wochen zurückgegeben werden und nur zum Steuersparen dienen? Papier ist geduldig!
Aber zurück zu den Bürgern und Spendern: Alleine gestern Abend beim ZDF kamen nahezu 18 Mio. Euro an Spendengeldern zusammen und das ist ja nur eine von ganz vielen Aktionen. An dieser Stelle muss es auch erlaubt sein, an die Aktion “Rettungsanker” noch einmal zu erinnern. Aktuell liegen wir bei ca. 22.500 Euro und das finde ich einfach genial. Ich glaube fest daran, dass wir das Ziel von 25.000 Euro erreichen und sogar übertreffen werden.
Nochmal zur Bundesregierung. Für den sogenannten Finanzmarktstabilisierungsfonds, also den Rettungsschirm zur Reparatur der kaputten Banken mit einem Volumen bis zu 480 Milliarden Euro, kann der Bundeshaushalt mit bis zu 100 Milliarden belastet werden! Da lässt man sich nicht lumpen… Wer soll das noch verstehen?
Ganz anders die EU. Dort wurden für Haiti immerhin 420 Mio. bereitgestellt, davon sind knapp 300 Mio. sogar für langfristige Infrastruktur-Projekte reserviert, da kann ich mehr Sinn erkennen. Und die USA stellen neben dem riesigen Aufwand für die Logistik- und Sicherheitskräfte noch 100 Mio. Dollar bereit. Allerdings erhält Haiti von dort ohnehin bereits jährliche Hilfen in Höhe von 300 Mio. Dollar!
Heute ist wieder Haushaltsdebatte in Berlin und mir ist schlecht.
Rettungsanker Haiti – Update
Samstag vormittag, kurz nach 10:00, über Nacht sind nochmal ca. 3.000 Euro dazugekommen, wir stehen bei 13.167 in noch nicht einmal 24 Stunden. Ich bin unglaublich glücklich, mit so einem durchschlagenden Ergebnis hätte ich nie und nimmer gerechnet. Johnny vom Spreeblick hat mittlerweile das Ziel nach oben korrigiert auf nunmahr 25.000 Euro. Da die Aktion ja noch zwei Monate läuft bin ich mir nach diesem Start fast schon sicher, dass wir auch dieses Ziel schaffen können.
Ich möchte Euch Allen, jedem Spender und jedem Menschen der die Aktion per Blogpost, Link, Twitter, Facebook, whatever verbreitet und unterstützt hat, ganz herzlich danken. Ihr seid großartig! Und: Keep the fire burning
Beim Spreeblick gibt es mittlerweile ja auch schon ein paar mehr Artikel zur Aktion Rettungsanker, deswegen zur Vervollständigung nachfolgend die Links zu den einzelnen, neuen Beiträgen:
Haiti und der Rettungsanker von Spreeblick
Ich muss bloggen, das Buch muss warten, ich kann nicht anders…
Ein entfernter Verwandter von mir war Entwicklungshelfer. An einige seiner Stationen in den 70er und 80er Jahren kann ich mich erinnern: Togo, Niger, Swaziland, Haiti. In Haiti war die Lage am allerschlimmsten wie er damals berichtete. Daran habe ich mich erinnert und aufgeregt habe ich mich dann auch. Über die 1,5 Millionen, die unsere Bundesregierung gerade mal aufbringen will für die Katastrophenhilfe jetzt nach dem Beben. Für die maroden Banken hatten sie 480 Milliarden in der Tasche! Damit liegt es wieder einmal bei uns Bürgern zu zeigen, dass wir einen anderen Wertekodex wünschen, als sich das die Regierenden vorstellen.
Seit gestern hat sich dann per Twitter und Mail ein Dialog mit dem Johnny vom Spreeblick über den Sinn und die Machbarkeit einer Spendenaktion der deutschen Blogger, Twitterer etc. entwickelt. Bei den Recherchen habe ich schließlich “Helpedia” entdeckt, die technisch einen gangbaren Weg für so eine Aktion anbieten. Johnny hat sich das mal angesehen und dankenswerterweise eine Spendenaktion für die deutsche Blogosphäre daraus entwickelt. Zudem werden ein paar nette Fanartikel unter allen Spendern verlost.
Das Ergebnis könnt Ihr hier sehen, die URL im Text lautet: http://aktion-deutschland-hilft.helpedia.de/spenden-aktionen/rettungsanker
Und jetzt liebe Leserinnen und Leser bleibt mir nur Eines: Euch ganz herzlich und ebenso dringend aufzurufen Euren Herzen und Geldbeuteln einen Ruck zu geben und den Spendenknopf zu betätigen…
Nachtrag: siehe auch Seitenleiste rechts, ganz oben
Nachtrag 2, 15.01.10, 20:55: 10.241 Euro Spendenvolumen. Ich bin so happy
Da Taliban
In Afghanistan is a dahoam, da Taliban und scho a rechter Sauhund. Da muas die deutsche Demokratie am Hindukusch amoi g’scheit verteidigt wern jetzt. Denn die Mensch’n da dort, de wolln ja nix Anderes als endlich amal die uralte Steinzeit Stammeskultur loswerden und richtig in die westliche Demokratie eig’weiht. So wia sich des halt gehört, gell! Da darf ma a ned vergess’n, dass ma nebenbei no a Geschäft draus macha kann. De ganz’n Panzerersatzteile, Bomben, Maschinagwaar, Klamotten, Impfungen, Verbandszeig, Fressalien… des bringt Umsatz und des ned zu knapp. Dazua kimmt, dass mia vui dean, damit da afghanische Bauer unser Freind werd. Unsere Soldaten, die lass’n den nämlich in aller Gmüatsruah sein Schlafmohn obau’n, damit bei uns auf de Bahnhofsvorplätz da Stoff ned knapp werd. Da merkt ma scho, mia moanas ehrlich mít dene da drunt. Oder ned?
Wahl und Selbstbetrug
Mir ist schlicht schlecht am Tag nach der Wahl…
Ich will mich gar nicht mit dem ganzen Ergebnis auseinandersetzen, das würde zu weit führen, aber das Wahlergebnis für die FDP muss ich mal aufgreifen.
Zunächst ein paar Fakten:
- Wahlberechtigte: 62.132.442
- Gültige Stimmen: 43.235.817
- Das resultiert aus einer Wahlbeteiligung von 70.8 % und einer Quote ungültiger Stimmen von 1,7 %
- Millionäre in Deutschland: 400.000
Die FDP ist für Millionäre gut, deshalb würde ich verstehen, wenn jeder, der solch einen Reichtum besitzt auch diese, seine passende Standesvertretung wählt. Nehmen wir an, dass alle Millionäre auch wahlberechtigt waren und sich die Statistik bei Wahlbeteiligung und ungültigen Stimmen mit dem Durchschnitt der gesamten Wahl deckt. Dann hätten rein rechnerisch 278.386 Menschen zurecht und ganz in Übereinstimmung mit Ihren persönlichen Bedingungen FDP wählen müssen. Es haben aber – am Beispiel der Erststimmen – 4.075.115 Menschen der FDP ihre Stimme gegeben. Daraus folgt, dass 3.796.729 Wähler eine Partei gewählt haben, die ihnen vermutlich deutlich mehr Schaden als Nutzen bringen wird. Bei den Zweitstimmen ist diese Zahl noch deutlich höher. Um es auch in Prozenten auszudrücken: Die FDP hat – wiederum bei den Erststimmen – 9,4 % bekommen und hätte einen tatsächlich logischen Anteil von 0,6 % verdient.
Jetzt kann man daraus ja nicht schlussfolgern, dass 8,8 % der FDP Wähler auch gleichzeitig Deppen sind. Nein, diese 8,8 % sind rein der Werbung, der Manipulation und den falschen Versprechungen geschuldet. Sie haben sich quasi einen sündhaft teuren Wellnessdrink gegönnt, der sich am Ende auch nur als billiges Zuckerwasser entpuppen wird! Alles worauf Verbraucher ansonsten eben auch bei Werbung und fadenscheinigen Anpreisungen hereinfallen hat die FDP geschickt und legal ausgespielt und eine fette Ernte eingefahren. Nur, diese Rechnung wird richtig teuer! Außer für die 400.000 eingangs Erwähnten…
Lina wartet
Lina wird 85 dieser Tage. Mit 66 hat sie einmal Einspruch gegen einen sogenannten Feststellungsbescheid des Finanzamts Bad Hersfeld eingelegt. Es ist keine Klage, kein endloser Weg durch irgendwelche Instanzen, nur die Hoffnung auf eine erforderliche Reaktion eines Amtes auf einen Einspruch.
Diese Geschichte ist wirklich wahr! 19 Jahre warten auf eine Antwort, weil Lina kein Mensch ist der Terror macht, Druck ausübt, Unfrieden will. Natürlich hat sie hie und da mal geschrieben, nachgefragt, aber sie ist eben nie richtig “laut” geworden.
Eine bodenlose Frechheit gepaart mit unglaublicher Unfähigkeit von einem offensichtlich total kaputten Finanzamt! Die Verantwortlichen sollte man sofort entlassen!


