Archiv für Mai 2009

Die Rosinenpflückerin

So ein Umzug endet beim typischen Mietskasernenbewohner ja üblicherweise mit der Abnahme der Wohnung durch den Eigentümer bzw. den Verwalter. Bei mir kam letzthin der Eigentümer mit seinem Verwalter und die Nachmieterin war auch gleich dabei.

Ich bin ja schon vor fast drei Monaten ausgezogen und genauso lange hatte ich mein altes Schlafzimmer und einen Eßtisch mit vier Stühlen zwei finanziell nicht gerade gut situierten Ladies gegen Abholung zugesprochen. Wer mich komplett im Stich lies waren die Ladies und so musste auf den letzten Drücker eine andere Lösung gefunden werden. Die bestand dann darin dass meine Möbel in den Fundus der EWE Baskets übergingen. Die brauchen solche Dinge gelegentlich, um Wohnungen für Spieler zu möblieren. Damit kann ich gut leben, der einmal damit zu beglückende Spieler hoffentlich auch. Jedenfalls waren die Männer von den Baskets gerade dabei die letzten Möbel rauszuschleppen, als schon die Abnahme begann. So weit so gut, damit ist das Szenario für die nachfolgende Story hinreichend beschrieben, vielleicht eines noch, das Gebäude ist Ende der 60er Jahre erbaut und ich musste “besenrein” übergeben, also ohne Renovierungsarbeiten, hatte aber immerhin die von mir gebohrten Löcher auch alle wieder zugegipst.

Wie es sich gehört zückte der Verwalter ein Schreibbrett nebst Formular und einen Kuli und machte sich ans Werk den aktuellen Zustand der Wohnung zu vermerken. Ich schätze mal, er hätte gut 10 Minuten für die 80 qm gebraucht, aber er blieb quasi stecken. Er begann in der Küche, blickte hierhin und dahin, als Frau M fragte, ob denn der Herd auch gehe. Einer mündlichen Versicherung schenkte sie keinen Glauben, also wurden die 4 Platten nebst Backofen in Betrieb genommen und per Handabtastung der Eintritt der Erwärmung abgewartet. Inzwischen hatte sie auch alte Bohrlöcher entdeckt und den Verwalter beauftragt diese aufzuschreiben. Mit Unterscheidung welcher Durchmesser und ob im Fliesenspiegel oder nicht… Sie entdeckte eine Lüftungskappe in der Wand, wusste nicht was es war, zweifelte, ob das o.k. ist, fand Kalk am Wasserhahn und eine nicht ganz passgenaue Türe an einem Unterschrank.

Der Eigentümer, ein honoriger Ingeneur im Ruhestand und ich stierten vom Flur aus auf das Geschehen in der Küche. Hinter uns verliesen wieder ein paar Möbel die Wohnung, einer der Männer grinste breit. Nicht so der Eigentümer. Mit ernster Miene blickte er geradeaus.

Nach qualvollen Minuten bewegte sich unser kleiner Tross ins Arbeits- oder Gästezimmer weiter. Bohrlöcher zählen, deren Eigenarten bestimmen und eine ca. 2 Cent große Scharte im 20 Jahre alten Laminat. “Das müssen Sie aufschreiben!” Befehl von Frau M. Der Verwalter wurde langsam sauer. Er legte seinen Kugelschreiber auf den Boden und knipste ihn mit seiner Digitalkamera ab.  Dann legte er den Kuli neben die Scharte und drückte erneut ab. “Wissen Sie, Frau M., dozierte er, das ist dafür, damit man die Grössenverhältnisse bestimmen kann! Dann kann man sehen wie klein die Scharte ist!” Ich biß auf meine Unterlippe, der Eigentümer war Stoiker.

Alles wurde diskutiert; Heizungsgriffe, Badlampe, Bodenleisten, Flecken im Natursteinfensterbrett. Ich blickte zum Eigentümer. Seine rechte Augenbraue wanderte langsam aber entschlossen nach oben. Er blickte mich an. Seine Augen blitzen und er nickte langsam und sachte dabei.

Die Bohrlöcher, die entstehen würden, weil sie die von ihr nicht erwünschte Klobürstenhalterung entfernen würde, war eines der absoluten, weiteren Highlights, genau wie die Probleme, die beim Anschluß des Telefons oder beim Ablesen des Stromzählers möglicherweise auftreten könnten.

Die Möbel waren mittlerweile weg und irgendwann nach ganz langer Zeit näherte sich die Begehung tatsächlich ihrem Ende. Der Verwalter erklärte, dass nun wohl ALLES aufgenommen sei und es kamen keine Einwände von Frau M mehr. Der Verwalter fragte den Eigentümer, ob der Vormieter – also ich – irgendetwas von den dokumentierten Mängeln zu zahlen hätte. Der Eigentümer verneinte entschieden. Wir grinsten uns an. Ich vollführte innerliche Luftsprünge.

Ich verabschiedete mich von ihm, vom Verwalter, von den netten Männern, die die Möbel geholt hatten und sah mich plötzlich ganz alleine Frau M gegenüber. Sie fand, dass das ja alles so gut gelaufen sei und weil ich ja so nett sei und sie auch noch drei Tage früher in die Wohnung  gelassen hätte, würde sie mich sofort anrufen, wenn ihr Bekannter, der Saxophonist soundso hier auftreten würde und dann würde sie mich zu einem Wein einladen. Ich sah zu, dass ich wegkam.

Ich muss mir ne neue Handynummer besorgen.

Der koreanische Gartenzwerg

Der grenzdebile Diktator flippt aus! Zitat: “Nordkorea fühlt sich nicht länger an den nach dem Koreakrieg vereinbarten Waffenstillstand von 1953 gebunden.” Man atomisiert ein wenig herum und testet Raketen. Man hat nix zu fressen, also der Diktator schon, der Rest vom Volk eher weniger. Vielleicht sollte man lieber mit den 20.000 Rotweinpullen vom Chef eine ordentliche Sause feiern. Aber der ist ja nur einsachtundfuffich groß. Da geht sowas nicht. Da hat man andere Sorgen. Richtig groß rüberkommen zum Bleistift. Da sind Raketen schon toll, keine Frage. Noch toller wäre aber vielleicht auch ein landesweites Kinofestival, bestückt mit den tausenden Videofilmen aus Führers Fundus. Oder wieder mal ne Oper komponieren? Soll er ja können und schon sechs Werke komponiert haben.

Wenn das Alles nix ist, dann finden sich vielleicht ein paar starke Jungs, die den Präse nach Australien mitnehmen. Zum Zwergenweitwurf. In dem Falll kann man die Sache mit der Menschenwürde vielleicht mal etwas weiter hinten anstellen.

#grrr

Wiedersehen grotesk

Der Mayer war gerade 11 geworden und es war früh im Herbst und es war früh in seinem sechsten Schuljahr. Seine Mutter schleifte ihn in die Stadt, um eine neue ordentliche Hose für die Schule kaufen; natürlich keine Jeans sondern irgend so ein kratziges, hässliches Stoffdingens. Total entnervt und ständig nörgelnd probierte er Dieses und Jenes und als er gerade wieder mit einer neuen fürchterlichen Hose aus der Umkleidekabine trat, entdeckte er seinen Klassenkameraden Manni Wenzl nebst Mama. Der sollte auch was Neues, Schönes für die Schule bekommen und seine Mama war vom selben alten Schlag wie Mayer’s Mama und der Manni genauso genervt wie der junge Mayer. Die Mamas unterhielten sich prächtig und weil’s sooo toll war bekamen beide Jungs auch noch ein Set mit einem gestreiften Hemd nebst farblich passendem Pullunder verpasst. Mayers Set war grün und weiß, die Farbkombi von Manni’s grandioser Neuerwerbung hat er vergessen.

Am nächsten Schultag liefen also beide in ihrem neuen Dress im Schimpansium ein. Hat natürlich niemand bemerkt, aber sie fühlten sich so unwohl wie sie nur konnten. Übereinstimmend befanden beide, dass der riesige Hemdkragen noch viel unerträglicher war als das Kratzen der elenden Stoffhosen…

Nach der achten Klasse trennten sich die Wege vom Wenzl und vom Mayer. Der Manni nahm Altgriechisch und der Mayer Französich. Nach der Schule haben sie sich ganz aus den Augen verloren. Bis zum Herbst 2003…

Da war der Mayer ziemlich schwer kaputt, von seiner Gemahlin gerade frisch in die Wüste geschickt und hatte sich deswegen eine kleine Wohnung besorgt. Ein paar Tage nach dem Umzug wackelte der Mayer an einem Samstag zum Einkaufen und vergaß dabei die Zeitung mitzunehmen. Auf dem Heimweg entdeckte er gegenüber seiner neuen Bleibe einen winzigen Zeitungs- und Lottoladen, also beschloss er dort noch schnell hinüberzugehen und die Wochenendlektüre  zu besorgen.

Ein Mann mit fahler Haut und schütterem Haar saß in einer Ecke hinter dem Tresen und studierte einen Western-Groschenroman. Es war der Wenzl Manni, ebenfalls von Trennung, Scheidung und Schulden gezeichnet. Der Mayer hat dann natürlich immer bei ihm eingekauft. Viel zu erzählen brauchten sie sich nicht. Sie haben gesehen und verstanden.

Der Mayer ist mittlerweile von dort ganz weit weg und manchmal denkt er an den Wenzl Manni und wünscht ihm, dass er’s auch so gut erwischt haben möge wie er selber mittlerweile…

P.S. Name eines Protagonisten von der Redaktion geändert ;-)

Ihr Terroristenpack

Und das Schlimmste daran ist: Ich bin einer von Euch!

Du bist Terrorist from lexela on Vimeo.

Spread this like wildfire

Alt und gut

Also so wie ich :-)

Selbsthilfegruppe

Mein Laptop ist ein bisschen krank zur Zeit. Er lahmt schwer auf dem Hinterhuf wenn ich mich ins Internet begebe. Sämtliche Viren, Würmer, Trojaner und andere Dreckbären suchte ich mittels diverser Programme vergeblich. Nicht einmal Gmer fand etwas Verdächtiges. Also wandte ich mich hilfesuchend an Microweich und Dell. Bei Dell geriet ich in eine sinnfreie Endlosschleife, bei Microsoft erhielt ich nach 72 Stunden (statt der zugesicherten 24 Stunden) immerhin eine Mail mit weiteren Tipps und Hinweisen. Die Rezeptur stellte sich aber als völligst wirkungsfrei heraus.

Schwer verzweifelt grub ich im Netz weiter, versuchte Dieses, las Jenes und landete schließlich bei dem Forum von ZD Net. Innerhalb kurzer Zeit hatte ich vier ganz konkrete Links, Downloads etc. genannt bekommen und die Gelegenheit die Logdateien mit den Ergebnissen zur weiteren Analyse dort zu posten. Das nenne ich professionell! Kann und will ich hier ausdrücklich empfehlen. Muchas Gracias!

Robodings

Die Roboter haben die Werkshallen von Produktionsbetrieben ja nun endgültig verlassen. Sie schweißen nicht mehr nur Autoteile oder Ähnliches zusammen, sondern für wenige hundert Euronen saugen Sie in Deiner Bude die Wollmäuse weg oder mähen den Rasen. Die nächsten Jahre werden wohl noch weit mehr solche Gerätschaften ins Alltagsleben der Menschen bugsieren. Zeit für Mayer mal an die Robotergesetze von Isaac Asimov zu erinnern:

  1. Ein Roboter darf keinen Menschen verletzen oder durch Untätigkeit zu Schaden kommen lassen.
  2. Ein Roboter muss den Befehlen eines Menschen gehorchen, es sei denn, solche Befehle stehen im Widerspruch zum ersten Gesetz.
  3. Ein Roboter muss seine eigene Existenz schützen, solange dieser Schutz nicht dem Ersten oder Zweiten Gesetz widerspricht.

Es gibt auch noch eine spätere Version, die jedoch von Roger Mac Bride-Allen nach Vorlage von Asimov stammt:

  1. Ein Roboter darf keinen Menschen verletzen.
  2. Ein Roboter ist verpflichtet, mit Menschen zusammenzuarbeiten, es sei denn, diese Zusammenarbeit stünde im Widerspruch zum Ersten Gesetz.
  3. Ein Roboter muss seine eigene Existenz schützen, solange er dadurch nicht in einen Konflikt mit dem Ersten Gesetz gerät.
  4. Ein Roboter hat die Freiheit zu tun, was er will, es sei denn, er würde dadurch gegen das Erste, Zweite oder Dritte Gesetz verstoßen.

Dem möchte der Mayer dringend noch einen weiteren Punkt hinzufügen:

  • Roboter müssen es sich gefallen lassen vom Menschen ohne Vorwarnung und/oder ohne nähere Erklärung abgeschaltet zu werden :-)

Top of the Schrott

Heute will ich Euch mal meine drei meistverachteten Werbespots vorstellen. Teile, die mir so auf die Nüsse gehen, dass ich dieses Produkt niemals kaufen werde, bzw. den jeweiligen Laden keinesfalls betrete…

1.  Seitenbacher Müsli. “Woisch’ des duad aaa Dir guad…” Der soll sein Pferdefutter selber fressen! (Radio)

2. Carglass. Die megaheimtückischen Risse in der Frontscheibe, ja, jaaaaa… (Radio)

3. Praktiker. 20 Prozent – nur nicht auf Tierfutter, aber nur heute und das jeden Tag. Packen wir’s an mit dem Fernbleiben! (Radio)

Ein Sonderpreis geht an Trigema. Herr Grob und sein Schimpanse kotzen mich schlicht an. (Fernsehen)

Was nervt Euch?

Rettungsanker Haiti
Eine Aktion von Spreeblick nach einer Idee von Mayers Notizblog
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04407 - 714144

Bei Kaltakquise oder blöden Gewinnspielen lege ich einfach auf oder sag's dem Anwalt :-)

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