Archiv für Januar 2009

Ach, ich glaub…

… ich zieh’ bald mal wieder um :-)

The Good and the Bad

Eigentlich ist hier ja Pause. Eigentlich…

Allerdings nervt mich was brutalst und deswegen gibt’s trotzdem einen Artikel.

Mich nervt die deutsche Politik und zwar ganz konkret und ganz besonders ein Vorhaben, das immer so vage angedeutet wird, nix Konkretes, irgendwie gut finden es letztlich aber wohl die meisten Fraktionen. Die Rede ist von der Gründung einer sogenannten Bad Bank.

Das bedeutet nichts anderes als dass die faulen Kredite und Wertpapiere der deutschen Geschäftsbanken in einer sogenannten Abwicklungsbank zusammengefasst werden. Die Geschäftsbanken werden dadurch wieder handlungsfähiger und die Zeche für die Abschreibungen zaghlt der Staat. Der Fehler dabei ist nur: Der Staat sind wir, seine Bürger nämlich. Uns werden Schulden für die Ewigkeit aufgebrummt. War doch anfangs noch von 300 Milliarden Ausfallrisiko für die deutsche Bankenlandschaft gesprochen worden, so werden mittlerweile Zahlen in Höhe von 1.000 Milliarden genannt.

Vermutlich beten in Berlin alle, dass die bitteren Wahrheiten erst nach den Wahlen präsentiert werden müssen und wir kleinen Leute, ehrlichen Steuerzahler, und fairen Unternehmer (ja, auch die sind zahlreich!) erst dann zur Kasse gebeten werden müssen. Wir dürfen dann die kaputten Geschäfte von kaputten Typen wie Ackermann und Zumwinkel sanieren. Ist das nicht toll? Ich frage mich warum wir Deutschen uns ganz ohne Murren so eine Scheisse auftischen lassen?

1.000.000.000.000,00 Euronen um das auch mal optisch weniger niedlich darzustellen…

Ich finde, die sollen sich ihre Bad Bank in den Arsch stecken! Ganz weit rein… Und eine bessere Idee habe ich auch. Wie wäre es mit der Gründung einer Good Bank? Die hätte folgende Verpflichtungen und die gelten sowohl im Eigenhandel als auch in jedem Segment des Kundengeschäftes:

  • Kein Aktienhandel.
  • Kein Optionshandel.
  • Kein Handel mit derivativen Finanzinstrumenten.
  • Keine Währungsspekulation.
  • Eigene Immobiliengeschäfte nur im Rahmen von selbstgenutzen Immobilien der Bank.
  • Handel mit Tages- und Festgeld, festverzinslichen Wertpapieren mit AAA Rating sowie festverzinsliche Schuldverschreibungen aus Eigenemission mit festen Laufzeiten.
  • Kreditvergabe ebenfalls nur mit festverzinslichen Krediten und strengen aber einfachen und transparenten Regeln für variable Laufzeiten.

So einer Good Bank würden die Einlagen von normalen Menschen und kleineren Unternehmen vermutlich zufliegen. Damit würden die real existierenden Zockerbanken den Jordan überschreiten oder sich schnellstens besinnen müssen. Der Staat verschuldet seine Bürger nicht mit unerträglichen Summen. Die aus der Pleite maroder Banken resultierenden Arbeitslosen könnten zum Teil bei den neuen Banken Arbeit finden. Die brauchen ja auch Personal.

Dieser Prozess ist im Ergebnis nicht weniger grausam, denn das zugrunde liegende Übel kann ja nicht mehr beseitigt werden. Aber fairer wäre es allemal. Schluss damit, dass die Großkopferten am Ende immer mit Scheinstrafen davonkommen und bevorzugt Großaktionäre gerettet werden!

So, und jetzt ist hier wirklich Pause!

Pause oder Ende

So genau weis ich das im Moment noch nicht, aber für die nächste Zeit ist hier auf jeden Fall nix los. Ich wünsche Euch, liebe Leserinnen und Leser, jedenfalls alles Gute, möge das Frühjahr bald die Oberhand über den Winter gewinnen und Euch stets die Sonne lachen! Macht’s gut! Euer Michael

Spekulantengejammer

Die Vereidigung des neuen US Präsidenten ist vorbei und natürlich wird der ganze Auftritt und ganz besonders seine erste Rede als Präsident reichlich kommentiert. Dabei fällt auf, dass nahezu die ganze Welt den ersten Tag von Mr. Obama gut fand, sogar ein Friedensangebot aus Teheran ist verlautbart worden. Nur eine Gruppe von Menschen zeigt sich wirklich enttäuscht und das sind die Börsianer. Zu wenig Konkretes zu ihren Problemen, zu wenig Hoffnung sei spürbar geworden. Tja, liebe Leute, da wird auch nicht mehr viel nachkommen. Ihr seid eben nur die Börse und keineswegs die Wirtschaft. Nimmt man es ganz ernst braucht man Euch überhaupt gar nicht. Soweit wird’s wohl (leider) nicht kommen, aber Eure Bedeutung schwindet und die Tage die ihr wieder herbeisehnt sind Geschichte. Natürlich können die Kurse wieder mal steigen, die Frage ist nur ob die Menschen auf den Zirkus noch viel Lust haben, im Sekundentakt irgendwelche Kurse zu allem möglichen Blödsinn ausgerechnet zu bekommen? Wer soll noch viel Lust verspüren Produkte zu kaufen, die noch schlechter sind als Wetten auf der Pferderennbahn? Macht Euch lieber damit vertraut ganz kleine Brötchen zu backen. Der Staat – egal ob die USA – oder irgendein Anderer, wird gerne versuchen, soweit es ihm möglich ist, Firmen und auch Banken vor dem Kollaps zu retten. Den großen Banken wird man ein paar neue Spielregeln ins Stammbuch schreiben und die institutionellen Zockerabteilungen an den Börsen werden schrumpfen. Der Rest wird zusammengekehrt oder muss es aus eigener Kraft packen. Ihr werdet nix bekommen von Mr. Obama. So siehts aus. Wichtig ist zum Glück was Anderes. Guantanamo zum Beispiel. Da wurde heute schon dran gearbeitet. Bravo!

Dear Mr. Obama

Life is great

Life is huge

Everything is interwoven

War never makes any sense

Money ist just an exchange for goods and services. Not adequate for much more…

I simply whish you and your family all the best

I never did something like this before, but today it’s a urgent want inside of me…

TWS Award 2008

Am Twitterstrand wird der Tweet des Jahres aus den sechs bisherigen Monatssiegern gewählt.Vielleicht hat ja der ein oder andere Blogleser Lust seine Stimme dort abzugeben?

http://www.twitterstrand.de/2009/01/tws-award-2008/

Viel Spaß!

Amaryllis

Amaryllis

Amaryllis

Sie blüht schon heuer. Ein erster Frühlingsbote…

Goldrausch

Längst vergessen fiel mir beim Umzug nach Oldenburg eine goldene Halskette, ein Erbstück meiner Mutter, ganz überraschend in die Finger. Ich wähnte ja den Nachlaß komplett verkauft bzw. verschenkt. Gestern hab ich mich erneut daran erinnert und mich auf den Weg gemacht das Teil zu verkaufen. Ich dachte zuerst an Ebay, wusste aber nicht wieviel man dafür verlangen kann,  mit einem Euro wollte ich die Versteigerung nicht gerade beginnen. Also war ich bei einer Goldankaufstelle. Dort hat man mir immerhin mitgeteilt, dass das Teil 76,04 Gramm wiegt und ferner mindestens 700 Euro wert sei, sollte es sich wirklich um Gold handeln. Dort könne man das aber so nicht feststellen, man müsste das Schmuckstück dazu beschädigen. Man empfahl mir einen Juwelier aufzusuchen.

Mindestens 700 Euro! Ich träumte von einem schönen Urlaub mit der Liebsten im Sommer, von leicht rosigen Bäckchen meines fahlen Girokontos und begab mich zu einem Juwelier in der Innenstadt. Ich meinte mich zu erinnern, dass mein Dad dieses Teil meiner Ma auf einer ihrer Nahostreisen gekauft hatte. Gold aus dem Orient ist ja immer besonders hochwertig, so glaubte ich mich zu erinnern. Der erste Laden konnte mir leider nicht weiterhelfen. Der nette Besitzer war Silberschmied und konnte einen derartigen Test nicht durchführen. Dafür war er ein netter Typ mit dem ich ewig gequatscht habe. Er empfahl mir ein anderes Geschäft, erstes Haus am Platze und sicherte mir zu, dass ich dort eine erstklassige und faire Expertise zu erwarte hätte.

Das Geschäft war gar nicht weit weg, in wenigen Minuten war ich da. Gut, teuer, kompetent verströmte jeder Winkel des Ladens ein Flair, das mich weiter in die Fantasien meines kommenden Minireichtums hineintrieb. Der Verkäufer rief sogleich in der eine Etage höher gelegenen Werkstätte an und versprach schnelle Aufklärung. Ich aß inzwischen eine Bratwurst und erging mich in schwelgerischen Träumen.

Das Ende ist schnell erzählt. Mein Daddy war beschissen worden von irgend so einem schwindligen Hühnerficker, in einem schmuddligen, orientalischen Basar. Der Goldanteil lag bei exakt 0,00 Prozent, die Legierung war völlig wertlos, das hohe Gewicht stammte vermutlich von Kunstharz mit dem die goldig leuchtenden Kügelchen der Kettenglieder ausgegossen waren. “Plopp”, die Blase in meinem Hirn war zerplatzt…

Auf dem Rückweg besuchte ich nochmals den netten Silberschmied und erzählte von der Pleite. Der kaufte mir den wertlosen Tand dann für einen Fünfer ab, weil er meinte er könne die goldfarbenen Kügelchen noch zur Verzierung in diverse Schmuckstücke einarbeiten. Blieben gefühlte 695 Euro Verlust und ein aufregender Nachmittag…

Homo velocipedis vergens

Auch Liegendfahrradfahrer genannt, ist eine “very special” Spezies. Eine echte Untergattung würde ich sagen, mit genetischen und erworbenen Alleinstellungsmerkmalen. Hier kommen schon die ersten Wiedersprüche eines waschechten Liegeradlers: “Falsch übersetzt, was für Merkmale, so ein Blödsinn usw.” Das ist denn auch bereits eines der herausragenden Charakteristika: Der Angehörige dieser Untergattung hat immer Recht. Und wenn nicht ist der Andere trotzdem der Depp. Oder so ähnlich. Dieser spezielle, mit dem Lebensalter voranschreitende Habitus wird nach meiner Theorie durch das ständige Inhalieren von Abgasströmen in Bodennähe bewirkt, aber ich gebe es zu , es ist nur eine Theorie, die ich mit absolut gar nichts untermauern kann. Trotzdem klingt es für mich plausibel. Vielleicht mag es ja die hiesige Universität mal untersuchen?

Da dieser Effekt aber natürlich erst mit dem Beginn des Liegendfahrradfahrerlebens eintritt, muss bereits zuvor eine andere Prägung vorhanden sein, die jemand diesen wagemutigen Schritt fassen lässt. Eine soziale Prägung schließe ich aus, denn die Eltern von Angehörigen der Spezies sind fast immer Normalradler. Es ist also möglicherweise eine genetische Veranlagung, die sich jedoch nicht dominant überall durchmendelt. Darin liegt ja auch ein starker Trost…

Der Straßenverkehr ist es wo der der Homo velocipedis vergens ganz besonders im Recht ist. Fährt er doch meist ordentlich behelmt auf den ausgewiesenen Fahrradwegen. Dies allerdings meist mit hoher Geschwindigkeit. Sein Tempo, kombiniert mit pathologischer Bremsunwilligkeit signalisiert er mittels eines gelben oder orangefarbenen Wimpelchens in der ungefähren Größe eines Tempotaschentuchs. Dies – so glaubt er – müsse für jeden anderen Verkehrsteilnehmer ein ausreichender Hinweis auf seine eingebaute Vorfahrt sein. Vor allem der gewöhnliche Autofahrer muss dies Wimpelchen schon von Weitem entdecken, bleibt unser liegender Radler doch hinter der hohen Gürtellinie der meisten geparkten Autos selbst verborgen. Dies setzt er auch nachts bei Nieselregen voraus.  Fußgänger stellen für ihn meist eher leblose Hindernisse dar, während er zu Normalradlern eher verächtlich aufblickt. Die fahren zwar wenigstens Rad, aber warum um Himmels Willen kapieren die denn nicht wie man heute radzufahren hat? Die für ihn unbegreifliche Ignoranz der Massen bleibt ihm Zeit Lebens Ärgernis und Rätsel gleichermaßen.

Wenig bekannt ist hingegen sein Fortpflanzungsverhalten. Gelegentlich sieht man einen Vertreter dieser Rasse mit einem niedrigen Anhänger am Liegerad, in welchem sich die Nachkommenschaft an die Autoabgase gewöhnen kann, aber diese Sichtungen sind selten. Ein weiteres Thema für die Forschung also.

Ich persönlich gehe dem Homo velocipedis vergens lieber aus dem Weg und hoffe stark, dass sein Vorkommen so selten bleibt. Das nur ganz am Rande…

Rückspiegel 2008

Es war ein krasses Jahr, dieses 2008. Für mich ganz persönlich eine Achterbahnfahrt von den tiefsten Abgründen hinauf zu höchsten Gipfeln. Auch wenn letztere ihre Heimat in der norddeutschen Tiefebene haben. Aber der Reihe nach…

Heilig Abend 2007 war ich noch auf Reha wegen meiner schweren Depressionen. Klinik Windach am Ammersee. An Heilig Abend hat mich meine frühere Freundin aus Bremen per SMS in die Wüste geschickt. Eine menschliche Meisterleistung, die Ihresgleichen sucht… Es folgt ein wirklich unwirklicher Jahreswechsel in dieser Anstalt und der Beginn einer neuen Freundschaft mit Markus O., einem lebensklugen Menschen und Mitpatienten aus jenen Tagen.

Im Frühjahr geht es mir kaum besser. Die Gedanken an meine Familie plagen mich, die es trotz persönlich vorgetragener Bitte nicht für nötig gehalten hat  mich auch nur ein einziges Mal zu besuchen. Nicht in den 9 Wochen Uniklinik, nicht in den sechs Wochen Windach. Mein Arbeitgeber schickt mich zum Gutachter, weil ich so viel krank bin; Ergebnis: Frührentner, man braucht mich nicht mehr.

Anfang April fahre ich zur re:publica nach Berlin. Ich weis nicht was ich dort eigentlich will, aber ich will irgendwie raus. Eine andere Stadt sehen, andere Menschen. Daheim hab ich mich nur eingeigelt in der Bude. In Berlin dann eine Idee aus dem Nichts: Ein neues Leben muss her, woanders neu anfangen. Ich denke über Vieles nach – Berlin, Leipzig, Bremen und Oldenburg. Schliesslich fahre ich nicht zurück nach München sondern weiter nach Oldenburg. Standortbestimmung. Es ist wie ich es mir aus wenigen Erinnerungen erhofft hatte. Wohlig, angenehm, heimelig, nah am Meer und überschaubar.

Der Entschluss fällt bald, eine Wohnung ist rasch gefunden. Ich fasse neuen Mut, ziehe tatsächlich hierher, schicke meine ignorante Familie in die Wüste. Zweifel bleiben.

Über den Sommer gewinne ich erste, neue Freundschaften, schließe Frieden mit dem Dasein als Rentner, entdecke den Nordwesten unseres Landes, schreibe viel, blühe quasi im Verborgenen. Ich weis jetzt, dass es richtig war die schrundige Verwandschaft über den Deister zu jagen.

Im September ein grandioser Einschnitt. Eine neue Liebe beseelt meine Tage, Leichtigkeit verdrängt die Schwermut, Pläne wachsen, Hoffnung spriesst in mir allenthalben. Der Rest meiner Seuche ist spürbar, aber ich verzweifle nicht mehr daran, sondern kann mich irgendwie arrangieren. Jetzt da ich nichts mehr leisten muss wandelt sich das in ein Nebengräusch.

Der ganze Herbst ist ein Freudenfest. Obwohl ich mich an meine neue, finanzielle Lage noch keineswegs gewöhnt habe und das Minus auf dem Konto steigt, bin ich frohen Mutes. Meine neue Liebe wächst zu einem Titanen heran und gibt mir Kraft, Mut, Zuversicht.

Die Welt ist sehr viel schlechter geworden in jüngster Zeit. Nahostkrieg, Rezession ungeahnten Ausmaßes und Gasturbulenzen nicht nur im Dickdarm. Privat habe ich auch genug Ärger: Finanzamt, Beihilfe, Krankenkasse. Alles kein Spaß und auf meine Kosten. Es ficht mich nicht an. Ich bin gut (drauf), richtig und stark. Das hatte ich zuvor noch nicht oft sagen können von mir selbst.  Jetzt rufe ich’s Euch entgegen und denke ein Teil von Euch wird’s mit Wohlwollen quittieren. Der Rest kann mich mal ;-)

Ich bin voll Neugier wie der Rückblick auf 2009 ausfallen wird.

Rettungsanker Haiti
Eine Aktion von Spreeblick nach einer Idee von Mayers Notizblog
Kontakt

post@mayers-notizblog.de

04407 - 714144

Bei Kaltakquise oder blöden Gewinnspielen lege ich einfach auf oder sag's dem Anwalt :-)

Gute Ideen
Global Voices
Reklame
Neueste Statements
Auch zu finden bei:
re:publica 10

Kamimaro - Fotos von Michael und Karin

Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de

blogoscoop

Klingelbeutel
Who's Online
  • 0 Members.
  • 6 Guests.
  • Insgesamt 143807 Besucher auf MN