Archiv für Oktober 2008

Wunschzettel – Nachtrag

Liebes Christkind,

aus aktuellem Anlaß sehe ich mich gezwungen meinen Wunschzettel zu ergänzen. Allerdings hoffe ich schwer, dass Du Dir damit nicht Zeit bis Weihnachten nimmst, sondern gleich an’s Werk gehst. Der Opa Edi braucht eine dicke Portion Kraft, Genesung, Gesundheit. Wirklich die große Portion bitte. Das machst Du auch gleich, ja?

Danke!

P.S.: Ich selber mache ein wenig Urlaub daheim, so 10-14 Tage Dieses und Jenes, aber nicht hier bloggen, sondern dem Laub zugucken, vielleicht ein paar Fotos schießen, laute solche Geschichten halt. Bis dann!

Wunschzettel

Liebes Christkind,

die letzten Jahre habe ich ja nie einen Wunschzettel an Dich geschrieben. Da ging mir meine kaputte Ehe, meine Einsamkeit, meine Krankheit durch den Kopf. Heuer ist das alles ganz anders und ich schreib’ Dir wieder mal. Weist Du, das mit den Kommentaren in den Blogs, das ist ja eine schöne Sache und ich mochte das immer sehr. Leider scheint der Zeitgeist auf neuen Pfaden zu wandeln (das weist Du vermutlich viel besser als ich), jedenfalls werden die Kommentare im Blog immer weniger. Ich habe den Eindruck, dass das ein Phänomen ist, dem sich ganz viele Blogger ausgesetzt sehen, aber ich will bei mir bleiben, denn täuschen könnte ich mich darüber ja auch.

Jedenfalls habe ich ein Paradoxon und zwar eins das mich ärgert. Das gesamte Kommentaraufkommen steigt nämlich stark, aber das was nach Abzug des Spam übrig bleibt ist viel weniger als früher. Und das obwohl meine Leserzahlen im Vergleich zu den Vorjahren quasi explodiert sind. Diese neuen Leser scheinen vorwiegend nichtsnutzige, schwindlige Saufbolde aus Panama oder Russland zu sein, die mir allerlei blödsinniges Zeug mittels der Kommentarfunktion zukommen lassen wollen. So habe ich jeden Tag Dutzende von solchen Spamkommentaren zu löschen. Ganz ins Blog schaffen sie’s ja dank Akismet meist nicht, aber mir reichts jetzt. Deshalb wünsche ich mir zu Weihnachten eine Erweiterung von Akismet. Sie soll den schönen Namen “Strikeback” tragen. Man soll die einzelnen Spammails auswählen können, deren Absendern man mir einem letalen Gegenschlag den Spammailserver einschmelzen kann. Unter wechselnden IP Adressen soll jede Spammail – mit dem Faktor 100.000 multipliziert – an den Absender zurückgeschickt werden können. Bis es denen vergangen ist…

Das wäre jedenfalls verdammt nett, wenn Du mir diesen Wunsch erfüllen könntest. Ansonsten wünsch ich mir auch heuer nix, aber nicht weil ich so mit mir selber beschäftigt bin, sondern weil’s mir so gut geht wie lange nicht und weil’s gern so bleiben kann wie es jetzt ist. Danke schon mal :-)

Unvermutetes im Supermarkt

Nur noch auf einen Sprung rein in den Supermarkt, kurz vor dem Fernsehabend eine Tiefkühlpizza besorgen. Den Supermarkt kenne ich nicht, hier war ich noch nie. Ich stehe zwischen Obst und Gemüse und halte Ausschau nach der Reihe mit den Tiefkühlregalen. Ich entdecke das Ziel meiner Begierde ganz rechts hinten und mache mich auf den Weg dorthin. Plötzlich ein kleiner Junge hinter mir, der mir mit seinen kleinen Händchen auf den Allerwertesten tatscht um meine Aufmerksamkeit zu erregen. Als ich mich zu ihm umdrehe und frage “Was gibt’s?” mustert er mich gründlich. Dann stellt er mir seine Frage: “Hast Du Kinder?” “Nein, Kinder hab’ ich leider keine”, lautet meine wahrheitsgetreue Antwort.

Damit lässt er mich auch schon wieder stehen und saust zwischen den Regalen zurück zu seinem Papa. Ist ein Stück weg, es ist aber kaum noch etwas los und ich kann daher hören wie er dem Papa ganz fröhlich mitteilt: “Das war aber ein netter Mann!” Ich fühle mich geadelt, greife die Fertigpizzen und verlasse den Laden ziemlich fröhlich…

Marcel und der Putsch

Mei, allein schon das Drama mit dem Marcel. Also dem Reich-Ranicki Marcel. Da hat der Mann durch und durch recht mit dem was er sagt. Aber wo und wie er das sagt, unterstreicht dann leider, dass er selber das geforderte Niveau auch nicht bringen kann, sondern nur der Egosaftbehälter übergelaufen ist. Jetzt setzt sich der Thommy Gottschalk hin und will reden, weil von den Intendanten redet keiner mehr mir dem Marcel. Mei, oh mei. Und dann die Finanzen. Wir retten uns in den Staatsbankrott und alle jubeln. Ja prima, jetzt gleich müssen wir das Geld ja auch gar nicht ausgeben. Später erst und auch dann vielleicht nicht zu 100 Prozent. Aber deswegen fährt jetzt schon die Wirtschaft in den Keller. Die Weisen sehen das und die meisten Anderen plötzlich auch. Sogar die, die noch nie was gesehen haben. Oh, mei! Da alles zusammen aber so schlimm ist, hat sich der Notizblog in den letzten Tagen mit dem Grundwortamt zusammen in geheimen Twittertreffen ein neues Kabinett ausgedacht, also eigentlich einen Putsch und die Leute, die dann im Parlament alles richten sollen. Hoffentlich mögen die dann auch nach dem Putsch, denn jetzt wissen’s noch nichts von ihrem Glück.

Hier also die noch sehr unvollständige Kabinettsliste. Wir arbeiten dran, erbitten aber ggf. auch brauchbare Vorschläge in den Kommentaren.

Bundeskanzler/in N.N.

Bundestagspräsident wird Götz George

Marie-Luise Millowitsch wird Außenministerin

Gerd Silberbauer alias Prof. Herbert Roßwein ist schon des Namens wegen ein prädestinierter Finanzminister

Harry Rowohlt (Rupp) wird Innenminister

Franz Rampelmann wird Wirtschaftsminister (geboren in Miesbach, damit ist das Talent in den Genen)

Heike Makatsch für Arbeit und Soziales

Roberto Blanco (Zerquera) wird Kulturstaatsminister

Heidi Kabel wird Familienministerin und Alterspäsidentin des Bundestages

Walter Plathe, alias Dr. Ulrich Teschner wird Landwirtschaftsminister

Berti Vogts wird Verteidigungsminister

Auch bei der Bundesbahn ist dringender Handlungsbedarf gegeben. Manfred Krug wird sofort Nachfolger vom bisherigen Amtsinhaber Mehdorn.

Deekelsen wird Bundeshauptstadt.

Öh…

Postcard from a distant planet

Postcard from a distant planet
Postcard from a distant planet

Es sieht schon ziemlich ausserirdisch aus, wie sich ein paar dürftige Grashalme durch die blauen Glassteine kämpfen. Allerdings entstand das Foto gar nicht sooo weit weg, sondern in Bremen auf dem Waterfront Parkplatz ;-)

Vom Geschäft und solchen Sachen

Ich möchte z. B. jetzt einen neuen Wagen haben. Einen für angenommene 25.000 Euro Listenpreis. Nein, ich bestelle ihn nicht den Wagen, als Erstes verkaufe ich ihn! Für 25.000 Euro. Lieferung im März 2009. Hab ich einen gefunden, der blöd genug ist mir die Karre mit Lieferung im nächsten Frühjahr für den Listenpreis abzukaufen (Argument: Da spart man sich die Preiserhöhung, die bis dahin vermutlich eintritt), gehe ich daran zu versuchen, den Wagen mit all den versprochenen Eigenschaften möglichst billig einzukaufen und dabei sicherzustellen, dass er auch spätestens bis zu meinem Liefertermin verfügbar ist. Das Ganze mache ich vielleicht 30 Mal gleichzeitig, dann habe ich mir selber so einen Wagen verdient, falls ich bei jedem derartigen Geschäft 833 Euro Gewinn mache. Und die Kosten muss ich ja auch noch reinverdienen, also muss ich vermutlich schon mit guten 900 Euro erforderlicher Gewinnmarge pro Wagen kalkulieren.

Ich muss die 30 Verträge in jedem Fall erfüllen und das Risiko dafür trage ich allein. Falls mein Händler Pleite geht, falls es zu einem Streik und damit zu Produktionsausfällen kommt und so weiter und so fort. Jetzt stellen wir uns noch vor, dass sowohl das Automodell selbst, wie auch das Geschäftsmodell, das ich zu diesem Auto erfunden habe, einen Preis an der Börse hat, der – je nach Angebot und Nachfrage – jede Minute festgestellt wird. Global und somit rund um die Uhr. Da würde ich mir selbst die Frage stellen, ob ich denn eigentlich wahnsinnig geworden bin. Banker stellen solche Fragen nicht. Die handeln. Ich lach mich schlapp…

Gehandelt haben sie genug mit unzählbaren derartig sinnloser Leergeschäfte und die Regierungen müssen jetzt die Banken retten, weil sonst alles hin ist. Das ist zunächst gut, weil der Untergang damit entschleunigt wird und die Katastrophe portionsweise verkauft werden kann. Teile davon sogar erst nach den nächsten Wahlen. Das ist immer toll. So nimmt’s auch das Volk irgendwie lieber, in so kleinen Häppchen… Aber tut nicht immer so , als ob wir’s nicht wüssten und verstünden. Das nervt langsam!

Flieg!

Fliegen ohne abzuheben ;-)

Einfache Rezepte

Kindisch wie ich nun mal bin, muss ich einen eigenen Twitter-Tweet von mir auch hier ins Blog posten, weil er mir gar so gut gefällt der flache Kalauer:

Gegen das Börsentrauma: Ich empfehle Prostbank Quartalssaufen!

Mayer moralinsauer

Was hat Doping im Sport mit der weltweiten Finanzkrise zu tun? Auf den ersten Blick überhaupt nichts. Dennoch sind es zwei Symptome, die jeweils für sich genommen, dennoch eine Beschreibung von  Notwendigkeiten und Herausforderungen darstellen, die jetzt einfach dran sind. Die Gemeinschaft, und das sind wir alle, ist aufgerufen zu handeln.

Beim Sport ist das Ende der Fahnenstange längst erreicht. Seit Jahren bescheissen Radfahrer und andere Atlethen die Welt und sich selbst auf der Jagd nach Ruhm, Ehre und nicht zuletzt Geld durch die Einnahme verbotener Substanzen. Das machen diese Menschen ja nicht weil ihnen so viel daran liegt ihre eigene Gesundheit aufs Spiel zu setzen, sondern weil sportliche Erfolge einen so unglaublichen Stellenwert in unserer Welt erhalten haben. Einen krankhaften Stellenwert um genau zu sein. Da kämpft, rennt, strampelt und zockt ein Junger Mensch sich seine Seele weg, weil das Versprechen der Gesellschaft und die damit verbundene Hoffnung auf eine nicht näher zu benennende, gloriose Vita einfach übermächtig ist. Vielfach zusätzlich angetrieben von einem krankhaft ehrgeizigen Elternhaus und den ersten Erwähnungen in den Medien. Diese spielen eine besonders perfide Rolle. Sie befriedigen einfach alles und jeden. Es wird über den Sport berichtet, es wird über Doping berichtet, es wird mit der Anprangerung des Dopings auch noch versucht in der Rolle des Saubermanns und Moralapostels Geld zu verdienen. Denn um etwas anderes geht es nicht. Geld. Dabei wäre mit einem Boykott großer Doping Sportereignisse der erste Schritt getan. Nehmt dem extremen Leistungserwarten die krankhafte Sp(r)itze. Berichtet nicht, schreibt nicht, sendet nicht, interviewt nicht! Geld und Sport gehören entflochten. Was sind das beispielsweise für Fußballmanschaften, die nur auf Grund eines Milliardärshobbies überhaupt nur in dieser Form existieren. Wie kann es sein, dass die Welt dem FC Chelsea und in kleinerem Maßstab der TSG Hoffenheim zujubelt? Wöchentlich der persönlichen Eitelkeit von Abramovich und Hopp dient? Warum müssen Olympiaden in erster Linie erfolgreiche Geschäftsmodelle sein? Ich glaube, dass wir das ändern müssen. Schnell und global. Sonst droht eine Abwärtsspirale ins Rohe, Kriminelle, Abseitige.

Damit sind wir beim Geld und seiner Welt schon angekommen und dort ist die Uhr schon noch ein Stückchen weiter. Die Krise der Hypothekenbanken in den USA war ja schnell als Schuldiger des Desasters ausgemacht. Zu kurz gesprungen! Schuld ist nur die Gier, die Sucht mit immer weniger Aufwand immer schneller und immer mehr Geld zu scheffeln. Staatlich sanktioniert wurde das kriminelle Element nicht offen sichtbar, aber die Vielzahl jener Geschäfte und Produkte, die für das Desaster verantwortlich sind, gehören bestenfalls nach Las Vegas. Wir aber wollten alle mitspielen und der Maßstab ist uns über den Kopf gewachsen. Diese Parallelwelt namens Börse ist uns entglitten. Das will noch keiner so richtig begreifen, aber ich stelle einfach mal eine provozierende Frage zu einem noch relativ harmlosen Vorgang: Warum muss der Preis einer ganz normalen Aktie im DAX jede Minute festgestellt werden? Würde es nicht genügen jeden Freitag Mittag einen Kurs zu errechnen? Entschleunigung, Zeit zum soliden Nachdenken und Handeln für alle “Player”, bye bye Intra-Day-Trade. Allein schon der Name, den sich die Teilnehmer dieser Märkte selbst gegeben haben. “Globale Spieler”, das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen… Oder, Dinge verkaufen, die man noch gar nicht besitzt, Schluß damit. Die heisse Luft braucht nicht auch noch dauernd von Euch umgerührt zu werden!

Fakt ist, es haben Prozesse begonnen, die uns zeigen, dass wir mit der Eigendynamik dieser von uns selbst initiierten Geschäftsmodelle nicht mehr fertig werden können. Der Gedanke man müsste das alles jetzt eben weiterentwickeln geht in die völlig falsche Richtung, geht er doch von der Prämisse aus, dass es mit dem Einbau ein paar neuer Stellschrauben getan sein könnte. Nein, es würde nur schlimmer. Abwicklung, Rückbau, Verlangsamung, Moralisierung, das sind die Begriffe die ich für notwendig erachte. Traut sich aber bislang wohl keiner, ist ja doch kein Geld zu verdienen damit. Global schon gar nicht. Also werden die Dinge das regeln müssen. Für uns.

Jesus hat mir geschrieben!

Folgendes schreibt mir der Jesus (NEIN, nicht DER, sondern der Huber Jesus):

Jesus Huber | dsubl [at] mhedx [dot] com | krnytdzeubqw.com | IP: 200.63.42.136

5rmkh27n1pzl2hp3
qivlzc hyrfxtt

http://vbfpwotnpsg.com

boapbt vzpb

http://aqnfqswwvm.com

itijkq iqcyampc

http://ueulpsiuaih.com

pyzhpv trwo

http://nbmwoqt.com

Manches von den Hieroglyphen wäre jetzt auch noch verlinkt gewesen, aber die Botschaft, also die reicht so eigentlich auch schon. Das Jesuskind vom Huber hat irgendwie die Tramadol Tabletten von der Mama in ihrem Nachtkästchen entdeckt und dann einen solchen Blödsinn geschrieben. Viel kann man dazu ja auch nicht schreiben, aber “Jessas na!” muss ich jetzt schon noch hinschreiben. Das reicht dann aber auch.

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