Archiv für September 2008

Mathe und so Sachen

Samstag in Cuxhaven. Ein Strandcafe. Mayer genießt die Sonne und eine Tasse Kaffee am späten Nachmittag. An einem Nachbartisch eine Familie. Wortführerin ist die Oma…

Oma: … sie hat damals schon vier Kinder mitgebracht und er hat auch vier Kinder mitgebracht. Das sind dann zusammen schon sechs gewesen! Oder?

P-A-U-S-E

S-C-H-W-E-I-G-E-N

Oma: Oder?

P-A-U-S-E

S-C-H-W-E-I-G-E-N

Entweder waren sich alle unsicher, ob des korrekten Ergebnisses, oder sie fürchteten bei Widerspruch enterbt zu werden….

Das Interview zum LHC mit Prof. Dr. Z.

Mayer’s Notizblog führte dieser Tage ein Exklusivinterview mit einem hochrangigen Wissenschaftler, der an Konzeption und Errichtung des LHC in Genf beteiligt ist und hat ihm brisante Fragen zum Gefahrenpotential der Anlage gestellt. Selten hat ein Beteiligter so freimütig seine persönlichen Einschätzungen zu diesem Themenkomplex offengelegt. Dabei respektieren wir natürlich, dass Herr Prof. Dr. Z. seinen vollständigen Namen nicht preisgeben möchte.

MN: Sehr geehrter Herr Professor, fangen wir mit den jüngsten Entwicklungen an, man hört das LHC ist kaputt. Wo brennt’s?

Prof. Z: Also brennen tut’s schon mal gar nicht. Man kann eher sagen das Kind hat einen Schnupfen.

MN: Wie müssen wir uns das vorstellen?

Prof. Z: Die Experimente finde ja alle bei extrem niedrigen Temperaturen statt, die Anlage wird auf minus 271, 3 Grad abgekühlt. Da hätten Sie auch Schnupfen! Jetzt muss man zum Heilen alles wieder anwärmen und danach wieder abkühlen. Das dauert.

MN: Aha! Wenn das dann alles wieder funktioniert, was soll genau mit diesem größten Experiment der Menschheitsgeschichte erreicht werden?

Prof. Z: Wir wollen endlich diese Haderlumpen, nee, also, die Hadronen, die sind alle aus Quark aufgebaut, mit deren Hilfe soll das bislang nur theoretisch existente Hicks Dings, also Higgs Teilchen nachgewiesen werden… Sie verstehen das doch eh alles nicht.

MN: Was bitte sind Hadronen und was haben die mit Quark am Hut?

Prof. Z: Hadronen sind nur ein Sammelbegriff. Man bezeichnet damit Nukleonen, die beispielweise Neutronen oder Protonen sein können. Oder Mesonen, Baryonen der ganze Scheiß. Alle haben verschiedene Quarkbestandteile. Und die wiederum können verschiedene Spins haben.

MN: So wie die Milchsäure im probiotischen Joghurt?

Prof. Z: Wenn Sie so wollen… Ja!

MN: Wenn Sie so ein Higgs Teilchen…

Prof. Z: Higgs Boson!

MN: Also wenn man so ein Higgs Boson findet, was weis man dann?

Prof. Z: Oh Sie Eich Boson der schwachen Geisteskraft! Man würde die Welt verstehen, in ihrem Innersten, man hätte den Beweis wie die masselosen Elementarteilchen an ihre Masse kommen. Bislang ist das alles nur Theorie, im LHC kann man sich das anschauen, wenn’s funktioniert.

MN: Und wenn’s nicht funktioniert?

Prof. Z: Dann hat man viel Geld ausgegeben, aber die Menschen wollen, ja müssen geradezu versuchen, den Dingen auf den Grund zu gehen. Eine innere Kraft drängt uns quasi dazu. Denken Sie nur an Galileo, Einstein, Heisenberg!

MN: Es gibt doch aber auch Stimmen, die schreckliche Dinge bei diesen Experimenten vorhersagen, etwa das Entstehen sogenannter schwarzer Löcher?

Prof. Z: No risk no fun!

MN: Diese Haltung kann doch nicht Ihr Ernst sein?

Prof. Z: Über kurz oder lang wird und muß die Menschheit solch ein Risiko eingehen. Es gibt einen inneren Zwang zum Erkenntnisgewinn. Selbst wenn dann also wirkich stabile schwarze Löcher bei dem Experiment entstehen sollten, dann hätte die Menschheit wenigstens eine große Sache erschaffen (lacht unverschämt) und spannend wäre das doch allemal. Sie zum Beispiel, Sie würden doch vermutlich irgendwann an einer Leberzirrhose eingehen. Da würde ich an Ihrer Stelle lieber vom schwarzen Loch aufgefressen. Wer weis was man dabei für galaktische Einblicke bekommt, Sie Schwarschild’scher Hasenfuß!

MN: Also Her Professor Z. Ihre Kompetenz als Wissenschaftler in Ehren, aber rein menschlich betrachtet sind sie schon ein seltsamer Kauz. Trotzdem: Vielen Dank für Ihre Erläuterungen.

The three Degrees und zwei Zipfel im Rauch

Die drei alten Ladies waren uns schon zuvor beim Spaziergang aufgefallen. Drei echte Silberlocken mit nahezu identischer Frisur. Sie mussten am Vormittag einfach zusammen bei der gleichen Friseuse gewesen sein. Jetzt nahmen sie auf der Terrasse des Cafes Platz in dem wir seit ein paar Minuten auch verweilten. Ich taufte die drei kurzerhand in The Three Degrees um. Etliche Tische weiter zwei alte Herren. Die Bedienung pendelte auffällig zwischen diesen beiden Tischen hin und her.

Es stellte sich heraus, daß alle fünf zusammen gehörten. Die Damen setzten sich bei der Platzwahl schließlich durch. Die beiden alten Recken gaben auf und schlurften leicht missmutig zum Tisch der Three Degrees. Einer von Ihnen murrte ziemlich lautstark, aber mit der heiteren Gelassenheit bei Einsicht in das Unabänderbare: “Immer der gleiche Ärger mit Euch…”.

Hätten die Herren dieser Forderung mal bloß nicht nachgegeben. Kurze Zeit später lies sich nämlich ein weiteres Paar auf der Terrasse nieder, direkt am Nachbartisch der fünf Oldies. Sie packte ihre Zigaretten aus und er einen gewaltigen Prügel Fehlfarben Stinkadores. Es qualmte wie beim Brand in einer Chemiefabrik und der Wind stand ungünstig. Ich musste die zwei alten Herren einfach umtaufen, das Bild vom Räucherofen war wirklich zu naheliegend… Zipfel im Rauch.

Zockerhölle für Alle

Drei der fünf großen amerikanischen Investmentbanken sind über den Jordan, die Vierte wackelt bedenklich. Die weltgrößte Versicherungsgesellschaft musste vom amerikanischen Staat zur Rettung für schlappe 85 Milliarden Dollar mal schnell gekauft (also verstaatlicht!) werden, um sie vor dem Untergang zu retten, der Finanzplatz London befindet sich für die Öffentlichkeit spätestens seit heute in schwerer See.

Politiker beschwichtigen, was sollen sie sonst auch noch tun. Dabei nimmt das große Abenteuer erst seinen Anfang und der angeblich so sehr an der Krise Schuldige, der amerikanische Immobilienmarkt nämlich, ist keineswegs der richtige Buhmann, der ist bestenfalls der Auslöser, fast hätte ich Abdecker geschrieben. Die Gründe sind ganz wo anders zu suchen.

So 20 Jahre mag es jetzt her sein, da hat die Bankenwelt das Geschäft mit den sogenannten derivativen Finaninstrumenten für sich entdeckt. Da der Mensch ein durchaus erfindungsreiches Wesen ist, kamen im Lauf der Jahre immer abenteuerliche Konstruktionen hinzu, die mit nur wenig Grundlagen im realen Leben und dafür großen, kalkulatorischen Hebelwirkungen die Finanzer in immer größere Gier trieben. Da auch die Zentralbanken durch kleinere Krisen in diesem Prozess dazugelernt hatten und neue Instrumentarien entwickelten, wähnte man sich zunehmend sicherer, was die Beherrschung dieser Instrumente anging. Als ich selbst noch in den 80er Jahren und weiter bis etwa 1995 Händler in der Kapitalanlage einer großen Versicherungsgesellschaft war, kann ich da ein wenig mitreden. Standen einem am Anfang bei dem Wort “Warentermingeschäft” noch die Haare zu Berge, so waren 1995 schon Futures und Options in allen möglichen Ausprägungen beinahe traditionell. Das galt für die sogar für die eher vorsichtige, deutsche Versicherungsbranche.

Es wird Zeit die Dinge beim Namen zu nennen. Das wird den Banken, den großen Playern an den Märkten und auch der Politik nicht erspart bleiben. Man hat den Hals nicht voll bekommen im großen Casino und es ist schiefgegangen. So banal ist manchmal die Wahrheit. Die Basis auf die die Wetten abgeschlossen wurden war entweder so nie da und man wollte das nicht sehen, oder sie hat sich in einem Ausmaß verschoben, dass über die ohnehin meist kurzen Laufzeiten Szenarien entstanden sind, die trotzdem nicht mehr beherrschbar waren. Dazu kommt durch die, ja genau die tolle Globalisierung, der Effekt, dass Verbindungen, Verflechtungen, Verstrickungen eingetreten sind, die über Rechts- und speziell Finanzaufsichtssysteme hinweg, weder für alle Marktteilnehmer durchschaubar blieben, noch korrigierbar sind.

Die Suppe werden alle auslöffeln fürchte ich, auch wenn sie nur von wenigen gekocht wurde. Das kommt einem leider bekannt vor, oder?

Mayer begrüßt den OB oder so

Ein ehemaliges Hospital beherbergt in Oldenburg eine ganze Reihe von Serviceeinrichtungen der Stadt. Neben einer Stadtbücherei und der Verwaltung einer Freiwilligenagentur gibt es auch eine Reihe von größeren und kleineren Tagungs- und Vortragsräumen. In einem von ihnen begrüßte gestern der Oberbürgermeister leibhaftig seine neu zugezogenen Mitbürger, von denen geschätzt mindestens 150 erschienen waren. Neben seiner eigenen, durchaus launigen Ansprache hatte er noch reichlich Verstärkung mitgebracht; die Chefin von Oldenburg Tourismus und Marketing, den Leiter des Bürger- und Ordnungsamtes und den Präse des hiesigen Sportbundes.

Alle zusammen lieferten wirklich eine beachtliche Fülle an Informationen und Details, die durch einige Infostände vor dem Saal noch abgerundet wurde. Vom Streckenplan der örtlichen Buslinien über die Programme der Kulturinstitutionen bis zum Apothekennotdienst lies sich dort wirklich zu Allem und Jedem etwas finden, was einen neuen Bürger einer Stadt interessieren könnte. Reschpekt, das war gelungen!

Zur Unterhaltung wurde noch ein Zauberer aufgeboten, der nicht nur erstaunlich zauberte, sondern seine begleitenden Worte vielfach in gereimter Form vortrug und damit eine erstklassige Werbung für ein Zaubertheater ablieferte, das hier in einer kleinen Nachbargemeinde seine Heimat hat. Zum Ende der Veranstaltung bekam dann jeder noch ein Glas Sekt in die Hand gedrückt und es dürfte nur wenige Besucher gegeben haben, die sich in der Gefühlsskala nicht irgendwo zwischen zufrieden bis begeistert befanden.

Der einzige Mensch des Abends, der gleich zwei Auftritte bei der Veranstaltung hatte war aber der Mayer. Zuerst wurde ich vom Zauberer Mikado ausgewählt, um ihm bei einem seiner Kunststücke zu assistieren und kurz danach musste ich schon wieder vortreten, weil ich bei der begleitenden Tombola einen Einkaufsgutschein über 25 Euro gewonnen hatte. Da könnt Ihr sehen wer wirklich wichtig ist ;-)

No Posting

Irgendwie dachte ich heute morgen, es wäre ganz nett heute mal wieder was zu bloggen. Dann hab’ ich einen Haufen Papierkram erledigt, nebenbei getwittert, eingekauft, Chilli cc gekocht, gemampft und jetzt bin ich bleiern müde. Dafür hat das Essen seinen Zweck erfüllt… die kalten Füße sind weg. Aber so mit dem Posting, das wird heute nichts. Ich mach’ jetzt dann nämlich ein NIckerchen und dann muss ich mich aufbretzeln für den Besuch beim OB. Der begrüßt heute Neubürger der Stadt Oldenburg. Da gehöre ich ja nun auch dazu.

Dialogfetzen

Unfreiwillig im Vorbeigehen aufgeschnappt gestern in Bad Zwischenahn:

Kind: “Ich kann das Brötchen doch auf der Wippe essen!?”

Mutter: “Nee da fallen Dir doch alle Krabben runter!”

Together Growing

Together Growing

Together Growing

Bröselmosers Tage

Der Kaffee dampfte, der Rechner war auch noch nicht richtig wach heute, draußen mähte schon jemand verzweifelt den Rasen. Bröselmoser starrte auf den Monitor und versuchte seine Gedanken und Gefühle zu ordnen. Ein paar Tage zuvor hatte er seinen 10. Hochzeitstag gehabt, eine groteske Erinnerung, war er doch schon fünf Jahre getrennt. Lange hatte er gebraucht, um die traumatischen Erlebisse von damals zu bewältigen. Sogar eine weitere, katastrophale, demütigende Beziehung hatte sich in seinen Lebensweg der letzten fünf Jahre für einige Zeit eingewoben. Umbrüche und Krankheiten hatte er hinzunehmen gehabt, Wagnisse hatte er gewagt. Besser war’s in letzter Zeit geworden. Vieles.

Windows mühte sich immer noch Macht über den Rechner zu erlangen. Bröselmoser war indessen beim darauffolgenden Tag abgekommen. Ein banaler Tag, wäre da nicht der Abend gewesen. Da hätte er den alten Spruch abändern müssen. “Mann soll den Tag nicht vor dem Abend verfluchen” wäre da die treffende Formulierung gewesen. Ein Date aus Mails geboren. Eine eher düstere aber gemütliche Bar in der Stadt, ein gutes Gespräch, viel zu viele Übereinstimmungen in Allem, als dass man es nicht hätte bemerken können, Augen, in die er im Lauf des Abends immer tiefer versunken war. Wie in einem Strudel, der in eine andere Welt führt. Ihre Stimme, die schöne Art zu sprechen, das Lachen, das ganz tief unten aus dem Bauch heraus kam, ein zarter, elfengleicher Duft von dem sie umgeben war hatten Ihn immer schwindliger, erregter, neugieriger, fröhlicher werden lassen.

Kalender, Mails, Browser, alles aufgepoppt mittlerweile und Bröselmoser dachte im Entferntesten nicht daran einen Finger zu rühren. Er schwelgte. Er war wieder ein paar Tage weiter. Am Morgen eine Mail von ihr. Eindeutig, knapp, präzise; es ging ihr ganz genau so wie ihm. Der Himmel hatte sich geöffnet. Nicht zum regnen diesmal.

Bröselmoser fuhr den Rechner wieder runter. Er ging jetzt erst einmal lieber ein wenig spazieren. Das idiotische Grinsen in seinem Gesicht störte ihn nicht.

Abrakadabra

Zaubert das Leben etwas ganz Unerwartetes, Neues, Schönes aus dem Hut.

Ich habe alles richtig gemacht in den letzten Monaten, das weis ich jetzt.

Das Leben ist ein Baumkuchen und wir sehen bestenfalls die benachbarten Schichten.

Auch mit Grässlichem zu lernen ein wenig einverstanden zu sein ist definitiv Gewinn.

Kryptische Blogpostings müssen manchmal einfach sein :-)

Rettungsanker Haiti
Eine Aktion von Spreeblick nach einer Idee von Mayers Notizblog
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Bei Kaltakquise oder blöden Gewinnspielen lege ich einfach auf oder sag's dem Anwalt :-)

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