Archiv für August 2008

Kaffeepausen

Das machte er schon lange. Gleich nach der Arbeit. Zumindest bei gutem Wetter. Einen Kaffee im Stehen vor der Filiale eines Kaffeerösters. Eine qualmen. Leute angucken. Kuriositäten entdecken. In letzter Zeit entdeckte er etwas Anderes, etwas das ihm Sorgen bereitete. Er bemerkte eine Veränderung an seinem eigenen Verhalten. Hatte er früher mit Wonne kleine Kinder beobachtet oder die verzweifelten Bemühungen des Verkäufers einer Obdachlosenzeitung studiert, so nahm er plötzlich eher Paare wahr, die sich liebevoll an den Händen hielten, den flüchtigen Kuss zweier Passanten vor der Auslage des Buchladens gegenüber oder heißes Geknutsche in der winzigen, versteckten Passage gleich daneben. Heute war es nicht anders, er beglotzte Mütter statt deren Zöglingen und der Kaffee schmeckte bitter. Erinnerte ihn das doch an Zeiten, die so fern schienen, dass er sich fragte, ob das wirklich dieses Leben gewesen war in dem auch er eine Hand festgehalten hatte. Objektiv war die Zeit gar nicht so lang, aber Vieles hatte sich ereignet und die Erinnerungen waren fern und hinter einem nur schlecht durchschaubaren Schleier verborgen.

Heute war richtig was los hier, trotz der Ferienzeit drängelten sich zahlreiche Menschen in der Innenstadt. Sie gingen ihren Geschäften nach, erledigten Besorgungen oder bummelten einfach nur durch die Läden. Und er fühlte sich, als ob er in Zeit und Raum von ihnen allen getrennt wäre, ihnen nur durch ein starkes Fernglas von weit her bei ihren Beschäftigungen zusehen konnte.

Viel schlimmer aber war, dass er nicht dahinter kam, was ihn zu diesem veränderten Verhalten gebracht hatte. Er fühlte ja nicht anders als zuvor. Er verfügte über dieses reine, freundliche Wohlwollen den Kindern gegenüber, über nachdenkliches Mitgefühl mit den Armen und Ausgegrenzten der Gesellschaft und über eine ganze Palette unterschiedlichster Empfindungen bezüglich all den bunten und vielfältigen Erscheinungen des Alltags. Nur Eines hatte er verloren; die Fähigkeit sich hemmungslos zu verlieben, sich auf einen anderen Menschen einzulassen, Schmetterlinge empfangen zu können oder diese besonderen Funken zu entdecken. Das wusste er längst und glaubte sich damit abgefunden zu haben. Und jetzt das. Er spürte genau den heimlichen, gemeinen und bohrenden Schmerz, der versuchte durch seine Augen Platz in seinem Gemüt zu nehmen und sich dort boshafterweise zu verankern. Er zündete sich gleich noch eine an. Er konnte dem Leben hier draußen ja nicht entkommen, nur um das nicht mehr spüren zu müssen und er wollte das auch gar nicht. Er verstand sich selbst nicht mehr, wünschte sich an einen einsamen Strand oder mindestens unter die heimische Bettdecke und versuchte zwischen all den Menschen hindurchzusehen als ob sie gar nicht da wären. War es nur Lust? Lust auf ein Abenteuer, Lust wenigstens eine andere Nacht zu verbringen, als die, die er gewöhnlich hatte? Auch das gab keinen Sinn. Er war diesbezüglich so abgestorben wie man nur sein kann seit der letzten Katastrophe und es fühlte sich jetzt keineswegs anders an. Also Fehlanzeige.

Der Kaffee war längst ausgetrunken und er stand im Strom der Menschen und klammerte sich an die Kante des Bistrotisches wie ein Ertrinkender an die Bordwand eines Rettungsbootes. Eine Woge von Wut und Selbstverachtung brandete in ihm auf und der Schleier vor seinen Augen war realer jetzt.

Tief drinnen hatte er es längst gewusst und jetzt war wohl der Moment gekommen es vor sich selbst zuzugeben. Kein Mensch konnte es auf Dauer aushalten ohne Wärme und Zuwendung. Genau das hatte er in seiner Not dem Leben abzutrotzen versucht. Es war leider ein Irrweg und das Leben schickte ihn auf die nächste Expedition noch bevor er sich von der letzten richtig erholt hatte.  Nur hatte es seiner Meinung nach vergessen ihm die richtige Ausrüstung dafür einzupacken. Er schlich nach Hause und trank sich in den Schlaf.

Gay-o-Meter

Der MC Winkel hat mal wieder was Lustiges im Netz ausgegraben….

Ein Test wie schwul “Mann ” ist. Hier also mein Ergebnis…

Too straight, hi hi. Damit kann ich leben :-) Dabei reiße ich mir sogar die Haare aus den Ohren, aber danach wurde ja nicht gefragt…

Wer sich auch testen will… hier

48 Crash ;-)

Ja, ja 48…
Wird sich ja rausstellen, ob das gut oder schlecht ist ;-)

Someone else?

When I fell from grace
I never realized
how deep the flood was around me.
A man whose life was toil
was like a kettle left to boil,
and the water left these scars on me.

I know now who I am.
If only for a while,
I recognize the changes.
I feel like I did before the
magic wore thin and the
“baptism of stains” began.

They used to say I was
nowhere, man,
heading down
was my destiny.
But yesterday, I swear,
that was someone else not me.

Here I stand at the crossroads edge,
afraid to reach out for eternity,
One step, when I look down,
I see someone else not me.

Looking back and I see
someone else.

All my life they said I
was going down,
but I’m still standing,
stronger, proud.
And today I know there’s
so much more I can be.

From where I stand at the crossroads edge,
there’s a path leading out to sea.
And from somewhere
deep in my mind,
sirens sing out loud
songs of doubt
as only they know how.
But one glance back reminds, and I see,
someone else not me.

I keep looking back
at someone else… me?

(Lyrics by Queensryche)

===

Completed.

And now?

One more time around…

I’m looking forward even tempered

That feels really great :-)

Statsitikfragen

Ich habe mir erstmals ins Blog, neben dem Besucher- und Onlinewidget, ein “richtiges” Statistikplugin eingebaut. Counterize II heißt das gute Teil, jetzt müsste ich’s nur noch kapieren ;-)

Nein im Ernst, von einer grundlegenden Frage habe ich eher eine vage Ahnung als wirkliches Wissen. So erzhält mir die Zusammenfassung des Werkzeugs gleich im Dashboard folgendes:

Gesamt: 442 Zugriffe und 70 unique.

Und ich weis den Unterschied nicht. Sind nur die 70 Besucher quasi echte Besucher und alle übrigen Suchmaschinen? Oder werden Besucher, die evtl. “Tor” verwenden dann auch nicht mehr als unique bezeichnet? Oder haben 70 Besucher gestern zusammen 442 mal meine Seite angeklickt, so dass meine Besucher im Laufe von ca. 26 Stunden seit Einbau durchnittlich 6,3 Mal bei mir reinschauten?

Ich erbitte eine Interpretationshilfe zu diesen Zahlen! Kann sonst nicht mehr schlafen ;-)

Abrechnung

Tja, so mitten im Sommerblogurlaub muss ich hier einen derben Beitrag posten. Manche von Euch werden am Ende wieder die Hände zusammenschlagen und denken “Wie kann er nur so etwas ins Blog schreiben?”. Aber egal, für mich ist es Therapie. Ein Stück weit jedenfalls. Vielleicht fühlt sich der ein oder andere Leser auch nach diesen Zeilen mit seinen eigenen Angehörigen plötzlich wieder viel wohler! Das andere ist, dass es durchaus neue Beziehungen in meiner neuen Heimat gibt, die vielleicht auf dem Weg zu schönen Freundschaften sind, aber mit einer Geschichte wie dieser möchte ich die zarten Pflänzchen nicht düngen. Und irgendwo muss es raus, ich bin am kochen. Nicht Wasser, Plasma…

Ein Stück weit muss ich ausholen und am 14. August des letzten Jahres beginnen. Denn da kam ich für 9 Wochen in die Uniklinik in München wegen meiner Depressionen. Mit einem Besuch von Bruder und Schwägerin hatte ich fest gerechnet, die beiden leben ja auch in München. Fehlanzeige. Auch meine 2-3 engsten Freunde waren bestenfalls im Geiste bei mir, aber keine Stunde körperlich. So etwas prägt. Nachhaltig. Glaubt es mir. Bislang bin ich damit irgendwie “umgegangen”, habe abgewogen, nachgespürt, überlegt. Ich hab’s ja schon einmal geschrieben, ich bin langsam in solchen Dingen. Nun, den Freunden kann ich es vergeben, meiner Familie nicht. Der Unterschied ist schnell erklärt. In den 4 Wochen, die ich danach daheim verbrachte,  bis ich schließlich für weitere 6 Wochen in eine Klinik am Ammersee weiterzog, habe ich mein Bedürfnis laut ausgesprochen. Ich habe Ihnen gesagt, dass ich sie vermisst habe und ich mir einen Besuch in der anderen Klinik wirklich von Herzen wünschen würde. Ihr kennt die Antwort….

Immer soviel Arbeit, keine Zeit, Stress bla, bla, bla… dabei arbeitet mein Bruder auch noch am Ammersee!!

Soweit so gut. Bis in diese Tage hat die Angelegenheit ganz still vor sich hin gegärt. Nun kommen neue Fakten hinzu. Dazu will ich für weiter weg lebende LeserInnen erklären der Ammersee liegt etwa in der Mitte zwischen München und Landsberg. Dort leben 2 der 3 erwachsenen Kinder von Bruder und Schwägerin. Der dritte Neffe lebt mit Frau und mittlerweile drei kleinen Kindern im fernen Prag. Dass die “Landsberger” nicht kamen hat mich nicht so arg gewundert. Meine Nichte (30) pflegt seit vielen Jahren nur wenig Umgang mit der Famiie und mein Neffe (27) war zu jener Zeit arg im Examensstress. Alles o.k. soweit. Die beiden haben nun in den letzten Wochen ihre langjährigen “G’spusis” geheiratet und beide haben mich jeweils zu ihrer Hochzeit eingeladen.

Weil ich aber wirklich keinen Geldscheisser habe, sagte ich lange vorher meine Teilnahme an beiden Veranstaltungen ab. Das wären jeweils 1.600 Kilometer und Übernachtungskosten etc… Kann ich mir schlicht nicht leisten. Allerdings habe ich jedem Paar eine schöne Glückwunschkarte plus 250 Euronen zukommen lassen. Nullkommanull Reaktion. Mir hätte im Zweifel eine SMS mit dem Wort “Danke” gereicht, aber null, zero, nada, nothing?

Mehr als die zuvor erwähnten Personen ist von unserer Familie ohnehin kaum übrig. Einen Cousin habe ich noch, von dem ich über mehrere Ecken hörte, dass er sich von seiner Frau getrennt hat und damit weis ich nicht mal mehr wo er wohnt und dazu noch einen steinalten Onkel plus Tante in der Nähe von Ingolstadt.

Und? Das war’s. Ich hab’ keinen Bock mehr! In einer guten Woche werde ich 48 und da schenke ich mir selber was. Ich geb’ denen allen den finalen Arschtritt. Jungs und Mädels mein Leben geht ohne Euch weiter. Auf so eine Familie ist geschissen. LECKT MICH AM ARSCH! Kreuzweise und spiralenförmig. Ende der Durchsage.

Rettungsanker Haiti
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