Twitterlesung, Berlin incl. Nebengeräusche

Nun wissen wir es also. Eine Twitterlesung ist keine Bloglesung und wird nie wie eine solche funktionieren. Es waren ja durchaus Ansätze da, dieses Terrain zu verlassen, aber über das very early Betastadium ist diese Veranstaltung (noch) nicht hinausgekommen. Nur, schlimm ist in meinen Augen was anderes. Hier haben die Veranstalter und Protagonisten sich schon einige Arbeit aufgehalst, um etwas Neues auszuprobieren. Kann man da wirklich enttäuscht sein, wenn es nicht gleich der Riesenknaller wird? Ich denke, das wäre extrem unfair. Zudem wurde mit Tilmann Ramstedt, als diesjährigem Gewinner des Bachmannpreises, ein echtes Highlight gesetzt. Nicht nur wegen Preisträger etc. pp., sondern weil der Herr sich als “(Noch) Nichttwitterer” mit Witz und Esprit auf für ihn unbekanntes Gelände locken lies und dabei mit Bravour bestand. Jedenfalls in meinen Augen. Ich würde es begrüssen, wenn es noch weitere Versuche geben würde. Freche, witzige und hintersinnige Tweets gibt es genug, die Art der Performance muss sich eben noch entwickeln. Vielleicht gibt’s ja zum Trost neue Follower für die Protagonisten, für die das Ganze sicher nicht einfach war. Irgendwie wurde auch ich nach dem Ende der Veranstaltung noch von irgendwem zu Twitter interviewt. Das war nach dem vierten Bier und ich hab’ vermutlich einen Haufen Blödsinn erzählt ;-)

Dann komme ich sozusagen noch zu den “Nebengeräuschen” meines kurzen Berlinaufenthaltes, mehr oder weniger in Stichworten:

Meidet den Bornholmer Hof als Übernachtungsstätte. Haare von der Bettvorgängerin im Schlafgemach zu finden ist extrem unsexy… Keinerlei Kartenzahlung möglich, Frühstück aber o.k.

Neue Schuhe erstmals angezogen und gigantische Blasen gelaufen.

Von einer jungen Dame aus einer Riesenclique angequatscht worden. Junggesellinnenabschied und ich sollte ihr für 1 Euro irgendwas aus ihrem Ramschköfferchen abkaufen. Gab für Männer allerdings nur ein Mini Shampoo oder ein Kondom. Nachdem die junge Lady mein extrem ausuferndes Sexualleben richtig eingeschätzt hat und gleich auf das Gummi-Verfallsdatum im Jahr 2012 hinwies, musste ich quasi das Kondom kaufen. Jetzt fehlt mir nur noch eine Kuriositätenvitrine um derlei Trophäen zuhause auch würdig ausstellen zu können.

Auf der Heimfahrt eine 8 jährige Blondine kennengelernt, die mir sehr vergnügt und kurzweilig von Kindergeburtstag, Ferien auf einer Burg und den Schwierigkeiten Plattdeutsch zu lernen berichtet hat. Letzteres hat mich nicht so sehr verwundert, kommt ihre Mutter doch auch aus München…

Nachtrag: Hier der Artikel in der ZEIT zur Twitterlesung und die Aufzeichnung von HOBNOX. Ebenfalls von HOBNOX gibt es jetzt noch eine kleine Revue von ca. 7 Minuten.

2 Kommentare zu „Twitterlesung, Berlin incl. Nebengeräusche“

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